Berlin : Berliner Chronik: 22. November 1975

TU-Präsident Wittkowsky hat das bisherige vorläufige Verbot von Veranstaltungen des maoistischen Kommunistischen Studentenverbandes (KSV) und der "Liga gegen den Imperialismus" innerhalb der TU auf ein Verbot für das ganze Wintersemester erweitert und darin jetzt auch die maoistische KPD und die "Rote Hilfe" einbezogen. Anlässe zu dieser Maßnahme sind das gewaltsame Vorgehen von organisierten Maoisten gegen Trotzkisten, was zu dem vorläufigen Raumvergabeverbot führte, und Vorfälle vom späten Donnerstag abend, als Maoisten sieben Angehörige des TU-Präsidialamtes, einen Sportlehrer und einen Redakteur des Tagesspiegels für über eine Stunde in den Räumen des Präsidialamtes eingesperrt hielten. Zu dieser Aktion war es gekommen, nachdem die KPD und der KSV dazu aufgerufen hatten, das Raumvergabeverbot des TU-Präsidenten zu durchbrechen. Obwohl Wittkowsky auf Anschlägen bekanntgemacht hatte, daß jeder, der sich zu einer vom KSV angemeldeten Veranstaltung in der TU versammele, mit strafrechtlichen Verfolgungen wegen Hausfriedensbruchs rechnen müsse, kamen etwa 300 Anhänger der Maoisten zunächst in die Eingangshalle des TU-Hauptgebäudes und zogen kurz darauf in den Lichthof direkt vor das Büro des TU-Präsidenten. Dort führten sie ihre Veranstaltung zu deutsch-chinesischen Freundschaftsbeziehungen durch.

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