Berlin : Berliner Chronik: 23. November 1975

Wo liegt Giesensdorf? Diese Frage dürfte sogar manchen alten Berliner in Verlegenheit bringen, hat doch dieses alte märkische Kolonialdorf vor fast hundert Jahren (1877) bei der Eingemeindung in den neugebildeten Ort Groß-Lichterfelde seinen Namen aufgeben müssen. Die alte, wohl aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammende Dorfkirche steht immer noch (oder wieder) - bei der Neugliederung der Lichterfelder Gemeindebezirke nach dem Zweiten Weltkrieg hat die zuvor unter dem Namen Lichterfelde-Ost bekannte Kirche den ursprünglichen Namen wieder angenommen. Die Form der alten Giesensdorfer Dorfaue ist heute durch den Ausbau des Ostpreußendamms kaum noch erkennbar, sie wird nur noch durch Kirche und Gemeindehaus markiert. Fast drohend steht in enger Nachbarschaft das Kraftwerk Barnackufer mit seinen drei großen, dunklen Schornsteinen. Der kleine, feldsteinumschlossene Kirchhof ist noch intakt - gefährdet ist er allerdings durch die geplante Verbreiterung der Osdorfer Straße.

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