Berlin : Berliner Chronik: 24. Januar 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Der Strom für die Bewohner der einstigen Exklave Eiskeller in Spandau kann das Land Berlin mehr kosten als nur die veranschlagten 700 000 Mark für das erforderliche Erdkabel. Diese Erkenntnis hat sich intern bei der Prüfung der Voraussetzungen für die Stromlieferung allmählich durchgesetzt. Wohl wäre es wünschenswert, jenen sieben Familien den für ein Großstadtgebiet des 20. Jahrhunderts selbstverständlichen Komfort der Elektrizitätsversorgung zu bieten, das Stromlieferungskonzept durchkreuzt jedoch die offizielle Planung für Eiskeller. Eiskeller soll nach dem Wunsch des Senats und des Abgeordnetenhauses Landschaftsschutzgebiet mit 56 Hektar Forsten und ganzen 4,4 Hektar Fläche für Wochenendparzellen ohne Wohncharakter sein. Der Flächennutzungsplan wurde bereits 1973 entsprechend geändert, als die Eingliederung von Eiskeller-Flächen auf Grund des Gebietsaustauschs mit der DDR einzutragen war. Zuvor war das Gebiet Eiskeller als landwirtschaftliche Nutzungsfläche ausgewiesen, also auch schon kein Siedlungsgebiet. Die gegenwärtige landwirtschaftliche Nutzung des - formell nach dem Flächennutzungsplan - nunmehrigen Forstgebietes will der Senat vorläufig auch hinnehmen. In der Zielplanung ist aber keine Besiedlung von Eiskeller vorgesehen. Das heißt, früher oder später sollen die Ansiedlungen einmal verschwinden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben