Berlin : Berliner Chronik: 27. November 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Nach einer Pause von 35 Jahren werden die Zoo-Besucher 1977 wieder Königspinguine, die mit 90 Zentimetern Höhe zu den größten ihrer Sippe zählen, sehen können. Mit dem Bau einer eigenen Anlage für die empfindlichen antarktischen Vögel ist jetzt begonnen worden. Noch Anfang der vierziger Jahre gab es im Zoo Königs- und Kaiserpinguine, letztere mit einem Gardemaß von 1 Meter 20 die eigentlichen "Riesen". Sie waren 1938/39 von einer Südpolar-Expedition des deutschen Schiffes "Schwabenland" mitgebracht und dem Zoo geschenkt worden. Die lange, königspinguinlose Zeit ist eigentlich nur durch die Tatsache bedingt, daß die Berliner Luft auch nicht mehr das ist, was sie einmal war.

Wem bei minus 40 Grad Celsius auf meterdicken Eisblöcken des Südpols eine keimfreie, von keiner Bakterie getrübte Luft um den Schnabel weht, der geht hier alsbald an Aspergillose, einer Pilzerkrankung der Atemwege, zugrunde. Daher konnten nach dem Krieg im Zoo nur die robusteren Arten wie die Brillenpinguine von den Inseln der südafrikanischen Küste und die Humboldtpinguine aus Südamerika gehalten werden.

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