BERLINER Chronik : 27. September 1983

Vor 25 Jahren brach eine neue Epoche im Berliner Eisenbahnverkehr an

Am Wochenende hat im Berliner Eisenbahnverkehr eine neue Epoche begonnen. Zum ersten Mal fahren Elektrolokomotiven, die den Wechselstrom aus einer Oberleitung beziehen, bis zu einem Ost-Berliner Bahnhof. Auf dem Abschnitt Schönefeld-Grünau hat die DDR-„Reichsbahn“ den elektrischen Zugbetrieb aufgenommen – allerdings vorläufig nur für Güterzüge. Nach Berichten in Ost-Berliner Zeitungen werden täglich etwa 40 Güterzüge, gezogen von einer Elektrolokomotive, auf diesem Abschnitt rollen. Bisher mußten die von einer E-Lokomotive geschleppten Güterzüge aus dem Süden der DDR in Trebbin, Zossen oder Wünsdorf „umgespannt“ werden und ihre Fahrt mit einer Diesellokomotive fortsetzen. Bevor auch die ersten elektrisch betriebenen Personenzüge auf Ost-Berliner Gleisen rollen, müssen noch die Leitungen von Schönefeld nach Schöneweide unter Strom gesetzt werden. Die Bahnhöfe Lichtenberg und Schöneweide sollen im nächsten Jahr an das elektrifizierte Netz der „Reichsbahn“ angeschlossen werden. Dann soll die Oberleitung auch über den gesamten Außenring gespannt sein. Auf dem südlichen Abschnitt fahren die Vorortzüge zwischen Schönefeld und Werder seit Sonntag mit Elektrotraktion. Bis Potsdam war die Strecke bereit seit Mai elektrifiziert.

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