BERLINER Chronik : 28. Dezember 1990

In den Ost-Berliner Kultureinrichtungen setzt sich die Kündigungswelle fort

Etliche Mitarbeiter des Metropol-Theaters im Ostteil Berlins erhalten die Kündigung, auch Künstler. Damit setzt sich der Trend fort, in den östlichen Kultureinrichtungen, Musikhäusern und Theatern die Personaldecke auf West-Niveau zu kürzen. Nach Angaben von Staatssekretär Hanns Kirchner von der Senatsverwaltung für Kultur sind vom Personalabbau, der „in Eigenregie“ der Häuser erfolge, vornehmlich Mitarbeiter aus dem technischen Bereich und der Gastronomie betroffen. Am Deutschen Theater wurde 31 Beschäftigten gekündigt, auch Schauspielern, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Entscheidungen habe der Intendant Dieter Mann im Benehmen mit seinem designierten Nachfolger Thomas Langhoff getroffen, in fast allen Fällen seien arbeitsrechtliche Verfahren anhängig.

SPD-Chef Walter Momper, Regierender Bürgermeister auf Abruf, will plötzlich Bürgermeister und Senator im Senat der großen Koalition unter Eberhard Diepgen werden und gerät darüber in eine Auseinandersetzung mit SPD-Fraktionschef Ditmar Staffelt, dem dieselben Ambitionen nachgesagt werden. Momper, der für die SPD-Wahlniederlage haftbar gemacht wird, scheitert schließlich mit seinem Plan an der eigenen Partei, die CDU hat ohnehin Einwände. Doch auch Staffelt verzichtet, er bleibt Fraktionschef. Gru

0 Kommentare

Neuester Kommentar