BERLINER Chronik : 28. Juni 1987

Schüsse auf einen DDR-Flüchtling und Ansturm auf bleifreies Benzin.

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An der Grenze zu Zehlendorf vereiteln DDR-Grenzsoldaten mit zwei Schüssen einen Fluchtversuch nach West-Berlin. Mehrere Anwohner in Zehlendorf hören die Schüsse. Einer beobachtet, wie ein jüngerer Mann nach dem Zuruf „Halt – Stehen bleiben!“ offensichtlich unverletzt abgeführt wird. Wie üblich protestieren die westalliierten Stadtkommandanten, der Senat und die Bundesregierung gegen die Schüsse als flagrante Verletzung der Menschenrechte. Erst wenn auf diese Mittel verzichtet werde, könnten die verbalen Bekenntnisse der Verantwortlichen der DDR zur Friedens- und Entspannungspolitik ernst genommen werden.

Im Verbrauch von bleifreiem Benzin steht West-Berlin bundesweit an erster Stelle. Der Umsatz von bleifreiem Benzin liege hier bei rund 45 Prozent. Der Anteil sei etwa 15 bis 20 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt. An vielen Tankstellen gibt es schon mehr als eine Zapfsäule für Bleifrei. Der Bund hat das Verbot von verbleitem Normalsprit zum 1. Januar 1988 angekündigt. Brigitte Grunert

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