BERLINER Chronik : 30. Juli 1983

Vor 25 Jahren berichteten wir über Pläne für einen unterirdischen Erdgasspeicher

Das niedersächsische Landesamt für Bodenforschung hat jetzt die letzte Schranke vor der geplanten Erdgasversorgung West-Berlin hochgezogen. Die Bergbau-Beamten aus Hannover erklärten die Erdschichten unter Pichelswerder für bestens geeignet, einen unterirdischen Gasspeicher aufzunehmen.

Das Ergebnis ist von entscheidender Bedeutung für den Gas-Import Berlins aus Sibirien. Zwar liegen inzwischen sowohl die Verträge über die Belieferung der Gasag als auch über den Transit durch die DDR vor. Der Senat hatte aber immer betont, daß das Milliarden-Projekt nur dann verwirklicht werde, wenn das Gas in Berlin auch gespeichert werden könne. Unter dem Grunewald und der Havel soll eine Jahresreserve eingelagert werden – eine Milliarde Kubikmeter Gas. Das Gestein ermögliche „optimale Einspeicherungs- und Entnahmeraten“. Befürchtungen, die DDR könne den Speicher anbohren, entzogen die Gutachter den Boden: Die Gesteinsschicht, die vollgepumpt werden soll, liege innerhalb West-Berlins „und reicht nicht in die DDR“.

Der Erdgasspeicher, der 1992 in Betrieb genommen wurde, hat bis heute eine Ausdehnung von rund sechs Quadratkilometern. Im April 2004 war es bei Wartungsarbeiten zu einer Explosion gekommen, bei der vier Menschen schwer verletzt wurden. Eine Katastrophe konnte mit Glück verhindert werden. Heute dient der Speicher dazu, im Sommer Vorräte für den Winterbedarf einzulagern.

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