BERLINER Chronik : 30. Oktober 1990

Immer mehr Bonner Bundesbedienstete suchen Wohnungen in Berlin

Da Berlin auf den Hauptstadtumzug vertraut, muss Wohnraum für Bundespersonal her. Wie der Tagesspiegel erfährt, zirkulieren in Bundesbehörden bereits amtliche Hinweise auf Wohnungen zu günstigen Bedingungen im Ostteil der Stadt. Die Sondervermögensverwaltung der Oberfinanzdirektion in West-Berlin bietet aus Bonn zuziehenden Bundesbediensteten Wohnungen und Häuser aus DDR-Nachlass an. Die Mieten sollen über Ost-, aber unter Westniveau liegen.

Finanzpräsident Klaus-Jürgen Richter erklärt, man habe vom Dienstleistungsamt der DDR rund 1500 Wohnungen in Ost-Berlin übernommen, in denen früher Angehörige ausländischer Vertretungen und höhere Ministerialbedienstete wohnten. Hinzu kämen noch 500 NVA-Wohnungen. Der „Ost-Berlin-Abschlag“ bei den Mieten habe mit der schlechteren Infrastruktur im Osten zu tun. Die Oberfinanzdirektion hat bisher etwa 1700 Interessierte registriert. Sie schätzt die Zahl der „echt Suchenden“ zwar fürs erste nur auf 500, aber ständig kämen neue hinzu. Die Dienststellen des Bundes in Berlin „vergrößern sich nämlich immens“. Gru

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