Berlin : Berliner Chronik: 31. Juli 1961

I.B.

Von Tag zu Tag zum Mauerbau:

Nur in Ost-Berlin erscheinen die Zeitungen. In West-Berlin herrscht montägliche Pause. Das "Neue Deutschland" berichtet auf mehreren ganzen Seiten über den Entwurf zum neuen Parteiprogramm der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. "Kommunismus bringt der Welt Frieden, Arbeit, Freiheit, Gleichheit und Glück." Nach dem Programmentwurf soll die kommunistische Gesellschaftsordnung in der Sowjetunion bis 1980 aufgebaut sein. Der "Überfluß an materiellen und kulturellen Gütern wird gesichert, die Arbeitsproduktion steigt auf das Doppelte gegenüber der Arbeitsproduktivität der USA", so das "Neue Deutschland". Schon bis 1970 werde die Sowjetunion das Land mit dem weltweit kürzesten Arbeitstag sein. Geplant sei bis dahin "ein Sechsstundentag oder 34- bzw. 36-stündige Arbeitswoche, teilweise Fünfstundentag und 30-Stunden-Woche". Außerdem werde der Bedarf an komfortablem Wohnraum nahezu gedeckt sein.

"Der Imperialismus ist in die Periode des Verfalls und des Unterganges eingetreten", zitiert das "Neue Deutschland" aus dem Programmentwurf. "Die Monopolbourgeoisie kann sich auch mit Kernwaffen nicht vom unerbittlichen Lauf der historischen Entwicklung freischießen."

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