Berlin : Berliner Chronik: 5. August 1961

I.B.

Von Tag zu Tag zum Mauerbau

Ab sofort müssen DDR-Bürger, die in West-Berlin arbeiten, Miete, Strom und Wasser in Westgeld zahlen. Außerdem müssen sich die Grenzgänger registrieren lassen. "Zuwiderhandlungen werden (...) mit Gefängnis und Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft", berichtet das "Neue Deutschland". Das seien "Vorschläge aus der Bevölkerung", die der Ost-Berliner Magistrat nun verwirkliche. Das Blatt zitiert Leser: "Maßnahmen goldrichtig."

"Pankow plündert die Grenzgänger aus", titelt die "Berliner Morgenpost". Und veröffentlicht auf ihrer Titelseite das riesige grinsende Gesicht von DDR-Chef Walter Ulbricht: "Das Gesicht der Diktatur". "Mit einer Reihe neuer Schikanen hat das Ulbricht-Regime die Situation in Berlin weiter verschärft und die Spaltung Deutschlands erneut vertieft", schreibt die Zeitung.

Es gab auch West-Grenzgänger, wie eine Meldung im Tagesspiegel zeigt. Die West-Berliner Lohnausgleichskasse, von der in Ost-Berlin arbeitende West-Bürger ihren Lohn in Westmark erhalten, sei beauftragt worden, "sicherzustellen, daß Personen, die mit ihrer Arbeit im Ostsektor die freiheitliche Ordnung in West-Berlin bekämpfen, keine Westmarkbeträge im Umtausch mehr erhalten."

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