Berlin : Berliner Chronik: 6. April 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Das freundliche Frühlingswetter läßt nicht nur die ersten Triebe von Bäumen und Sträuchern sprießen. Es lockt auch die Bevölkerung ins Freie und verlockt zu Aktivitäten. Eine davon macht den Verantwortlichen der öffentlichen Grünanlagen in diesem Jahr sehr großen Kummer: Das Radfahren auf den Parkwegen. Zwar herrscht in den öffentlichen Parks absolutes Radfahrverbot. Doch wer am Sonntag unterwegs war, hat erleben müssen, daß weder Kinder noch Erwachsene von dem Verbot Kenntnis nehmen. Es wird geradelt, und mögen die Spaziergänger zu Fuß noch so gefährdet werden. Ganz besonders schick finden die Radfahrer es, Gefällstrecken in den Parkanlagen hinunterzusausen. Im Viktoriapark in Kreuzberg mit seinen steilen Wegen oder auf der Rudower Höhe in Neukölln hat sich ein wahres Dorado der Gefälleflitzer aufgetan. Die Fußgänger sind machtlos, und die Gartenbauamtsleiter sind es auch. Man hat in den Ämtern noch kein Mittel gegen diesen zunehmenden Mißbrauch der Parkwege gefunden. "Hammelsprungbarrieren" oder Stufen in den Wegen könnten die Radfahrer nur veranlassen, den Weg an den Hindernissen einfach zu verlassen und über die Rasenflächen drum herum zu fahren. Hindernisse hätten daher lediglich die Wirkung, die Wege für die fahrenden Arbeitsmaschinen der Gartenarbeiter unpassierbar zu machen.

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