BERLINER Chronik : 7. Februar 1988

West-Berliner beten für DDR-Bürgerrechtler, die zur Ausreise gezwungen wurden.

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In West-Berliner evangelischen Kirchen wird in Fürbittgottesdiensten Solidarität mit den inhaftierten und zur Ausreise aus der DDR gezwungenen Bürgerrechtlern bekundet. So treffen sich in der Kapernaum-Kirche in Wedding die dieser Tage aus Ost-Berlin abgeschobenen Bürgerrechtler Ralf Hirsch, Freya Klier und Stephan Krawczyk wieder. Bereits vor Jahren ausgebürgerte Künstler wie Wolf Biermann, Reiner Kunze und Bettina Wegner sind ebenfalls gekommen, ferner die Grünen-Politiker Petra Kelly und Gerd Bastian sowie der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine (SPD). Nach dem Gottesdienst treten die Künstler in der Kirche mit Liedern und Lesungen aus ihren Werken auf.

Der SED-Chef und DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker ruft die FDJ zum Dialog mit allen Jugendlichen auf. Jeder FDJ-Funktionär habe die politische Verpflichtung, „parteilich, überzeugend und offensiv auf die vielfältigen Fragen“ junger Leute einzugehen, die sie „unter unseren weltoffenen Bedingungen immer haben werden“, sagt Honecker vor der FDJ-Führung. Brigitte Grunert

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