BERLINER Chronik : 7. März 1987

Honecker wirbt bei Kohl für Abrüstung, Gerhard Schröder will eine saubere Elbe.

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In einem Brief an Bundeskanzler Helmut Kohl wirbt der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker für die Abrüstungsinitiative des sowjetischen KP-Chefs Michail Gorbatschow. Honecker betont die Verantwortung der beiden deutschen Staaten für den Frieden in Europa. Der Ständige Vertreter der DDR in Bonn, Ewald Moldt, übergibt den Brief dem Kanzleramtsminister Wolfgang Schäuble. Doch Kohl hat den Vorschlag Gorbatschows, die atomaren Mittelstreckenraketen in Europa auf vertraglicher Grundlage zu beseitigen, bereits lebhaft begrüßt.

Der niedersächsische SPD-Fraktionschef Gerhard Schröder drängt die Bundesregierung, mit der DDR „offensiver und kompromissbereiter“ über die Grenzfrage an der Elbe zwischen Schnackenburg und Lauenburg zu verhandeln. Ohne Einigung bestehe die Gefahr, dass es auch keine Regelung zur Reinhaltung der Elbe gebe und „der Fluss dreckig bleibt“, eine „existenzielle Frage für Niedersachsen“, so Schröder nach Gesprächen in Ost-Berlin. Die Grenze verläuft nach DDR-Auffassung in der Strommitte, nach Auffassung Bonns am Ost-Ufer. Brigitte Grunert

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