Berlin : Berliner Chronik: 8. August 1961

I.B.

Von Tag zu Tag zum Mauerbau

Die Ost- und West-Zeitungen berichten groß über die Fernsehansprache des sowjetischen Staatschefs Chruschtschow. Thema der Rede: Ein Friedensvertrag mit Deutschland und der Status von West-Berlin. "Chruschtschow bereitet Rußland auf beide Fälle vor", lautet die Schlagzeile des Tagesspiegel. Der Staatschef "beteuert Verhandlungsbereitschaft und spricht von Truppenverstärkungen an der Westgrenze." Chruschtschow ging in seiner Ansprache auch auf die Frage ein, ob die DDR die Grenzen nach West-Berlin blockieren könnte. "Irgendeine Sperrung der Zugänge nach Berlin, jede Blockade West-Berlins steht völlig außer Frage", zitiert der Tagesspiegel. Und kommentiert: "Offenbar beginnt Chruschtschow, die von der Regierung Kennedy eingeleitete Verstärkung der militärischen Schlagkraft des Westens realistisch einzuschätzen." Gleichzeitig rücke er von seinen Forderungen nicht ab, "weil sie für das sowjetische Imperium lebenswichtig seien." Das "Neue Deutschland" titelt: "Vernunft statt Kriegshysterie - Für Friedensvertrag, friedliche Koexistenz." "Nachdem die Westmächte die alliierten Abkommen über Entmilitarisierung Deutschlands mit Füßen getreten haben, kann nur ein Friedensvertrag die gefährliche Entwicklung des deutschen Militarismus aufhalten."

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