Berlin : Berliner Chronik: 8. Dezember 1975

Die für 1985 nach Berlin vergebene Bundesgartenschau wirft eine in letzter Zeit fast vergessene Frage wieder auf: Soll die Osttangente der Berliner Stadtautobahn nach Süden über den vorläufig konzipierten Endpunkt an der Gradestraße in Britz hinaus verlängert werden oder nicht? Die Entscheidung dieser Frage liegt zur Zeit auf Eis. Man hatte sich beim Senat und im Abgeordnetenhaus dahin geeinigt, "daß über die Weiterführung der Osttangente hinaus bis zur Marienfelder Chaussee erst dann wieder beraten werden soll, wenn die derzeit im Bau befindliche Strecke zwischen dem Stadtring Süd (Anschlußstelle Oberlandstraße) und der Gradestraße in Betrieb gegangen ist. Das wäre 1977. Nach dem Flächennutzungsplan geht jedoch die Autobahn durch das Gebiet der Bundesgartenschau. Zur Zeit berät man beim Bausenator eine Formel, mit deren Hilfe sich die Verwaltung nicht gerade festlegen müßte, die Planung für die Bundesgartenschau aber auch nicht empfindlich beeinträchtigt werden würde. So soll der Bundesgartenschau der gesamte vorgesehene Kernbereich von 75 Hektar als Grüngebiet zur Gestaltung angeboten werden, jedoch mit dem Vorbehalt, daß auf der im Flächennutzungsplan eingezeichneten Trasse der Autobahn möglichst keine hindernden Anlagen entstehen sollten, etwa Sporthallen oder ein See.

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