Berlin : Berliner Chronik: 9. Dezember 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Vor 25 Jahren berichteten wir:

In einer Wohnung an der Admiralstraße 18 in Kreuzberg blieb in den vergangenen acht Tagen die Leiche des 71jährigen Mannes liegen, weil ein Kriminalbeamter die Benachrichtigung eines Angehörigen vergessen hatte und außerdem irrtümlich von der Zuständigkeit eines anderen Beamten für die Abholung des Toten ausging. Erst Handwerker stießen gestern vormittag auf die Leiche, die bereits am 30. November von der Polizei und Feuerwehr entdeckt worden war. Wie ein Sprecher der Kriminalpolizei sagte, war der ermittelnde Kriminalbeamte ein Hauptmeister, der erst seit einem halben Jahr in der Inspektion Dienst tat und vorher zehn Jahre lang bei der Staatsschutzabteilung arbeitete; mit sogenannten Leichensachen war er überhaupt nicht vertraut. Am Abend des Leichenfundes hatte der Hauptmeister bei seinen Ermittlungen im Haus festgestellt, daß noch ein Angehöriger des Toten in Berlin wohnte. Eine Angabe über die Anschrift erhielt er jedoch nicht. Diesen Angehörigen zu informieren, hat er dann am nächsten Tag "vergessen", wie es in dem Bericht der Kripo heißt. Die Wohnung war nach dem Fund der Leiche wieder verschlossen worden. Der Kriminalbeamte nahm im übrigen offenbar an, daß ein sogenannter Leichensachbearbeiter von der Schutzpolizei für die Abholung des Toten zuständig sei. Diese Sachbearbeiter gibt es aber seit längerer Zeit nicht mehr.

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