BERLINER Chronik : 9. November 1990

Erste Bundesratstagung in Berlin seit 1959 Kohl zeigt Gorbatschow sein Haus

Erstmals seit 1959 tagt der Bundesrat in Berlin. Es ist der erste Jahrestag des Mauerfalls. An der Sitzung in der Kongresshalle im Tiergarten nehmen erstmals die Regierungschefs der neuen Länder teil. Der neue Bundesratspräsident, Hamburgs Bürgermeister Henning Voscherau, erinnert daran, dass die Ministerpräsidenten aller deutschen Länder zuletzt 1947 in München tagten, damals kamen sie aus den drei Westzonen und der Ostzone. Zur Feier des Tages enthüllen der Regierende Bürgermeister Walter Momper und Oberbürgermeister Tino Schwierzina eine Gedenktafel am früheren Grenzübergang Bornholmer Straße. Die Metallplatte ist in ein Stück Mauer eingelassen. Die Inschrift lautet: „An der Bornholmer Straße öffnete sich in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 erstmals seit dem 13. August 1961 die Mauer. Die Berliner kamen wieder zusammen. Willy Brandt: ‚Berlin wird leben, und die Mauer wird fallen.’“

In Bonn unterzeichnen Bundeskanzler Kohl und der sowjetische Präsident Gorbatschow einen Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit. Am Ende des zweitägigen Staatsbesuchs zeigt Helmut Kohl dem Gast seine pfälzische Heimat und sein Haus in Oggersheim. Am Dom von Speyer und an der Weinstraße wird Michael Gorbatschow mit „Gorbi“-Rufen gefeiert. Gru

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben