Berlin : Berliner Chronik: Berliner Zeitungen kurz vorm Mauerbau: 14. Juli 1961

I.B.

Offensichtlich wurde die Teilung der Medienlandschaften in Ost und West beim Thema DDR-Flüchtlinge. "Zone in Panikstimmung: Immer mehr Flüchtlinge", lautete der Aufmacher der "Berliner Morgenpost". In einem Bericht des "Neuen Deutschland" über die Presekonferenz Konrad Adenauers zum Abschluss seines Berlin-Besuches heißt es dazu nur: Der Kanzler "gestand offen ein, dass die Bonner Regierung und die westdeutschen Länderregierungen mit Hilfe des Frontstadt-Senates die Abwerbung von DDR-Bürgern noch verstärken wollen."

An anderer Stelle freut sich das "Neue Deutschland" über den "Riegel gegen Spekulation": Nach einer Verordnung des Ost-Berliner Magistrats werden Reparaturen und Dienstleistungen nur noch für DDR-Bürger gegen Vorlage des Personalausweises erbracht. West-Bürger müssen in Westmark dafür zahlen oder in nachweislich zum Kurs von 1:1 erworbenen Ostmark. Der Tagesspiegel schreibt: "West-Berliner dürfen im Sowjetsektor nicht mehr in Ostwährung bezahlen, die sie zum freien Wechselkurs in den Wechselstuben erworben haben".

Aber es gab auch Beispiele für eine Zusammenarbeit. "Ostberliner Mörder gefaßt / Mordkommission bekam Haftbefehl von der Vopo" meldet die "Berliner Morgenpost".

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