BERLINER Chronik SERIE : 1. Juli 1961 Jahre Mauerbau

Der Flüchtlingsstrom schwillt an, tödlicher Unfall beim Spielen im Schutt

Unaufhaltsam steigt die Zahl der Flüchtlinge aus Ost-Berlin und der DDR. Wie in der West-Presse zu lesen ist, wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund 101 000 Flüchtlinge in den Notaufnahmelagern in West-Berlin und in Westdeutschland registriert, 16 000 mehr als in der gleichen Zeit des Jahres 1960. In den letzten Monaten hätten „Woche für Woche durchschnittlich 4300 Menschen dem Ulbricht-Regime den Rücken gekehrt“. Allerdings waren es im Juni bereits insgesamt 19 198, im Mai 17 791.

Beim Spielen auf einer Schuttkippe im Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg ist ein zwölfjähriger Junge aus West-Berlin tödlich verunglückt. Sein neunjähriger Bruder, der dabei war, lief fort. Aus Angst vor Vorwürfen erzählte er dem Vater erst anderntags bei der Suche nach dem Vermissten von dem tragischen Geschehen. Laut Ost-Presse hatten sich die Kinder, die bei der Großmutter zu Besuch waren, im Schutt eine Höhle gebaut, die zusammenbrach und den Jungen unter sich begrub. Die Volkspolizei ermahnt Eltern, ihren Kindern das Spielen auf Ruinen- und Schuttgrundstücken zu verbieten. Gru

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