BERLINER Chronik SERIE : 1. Mai 1961 Jahre Mauerbau

Kundgebungen in Ost und West – und was das Fernsehen überträgt

Ganz Berlin ist zu den Mai-Kundgebungen auf den Beinen, und sie stehen natürlich im Zeichen des Kalten Krieges. Auf dem Platz der Republik sprechen Bundesratspräsident Franz Meyers (Nordrhein-Westfalen), der Regierende Bürgermeister Willy Brandt und Berlins DGB-Chef Walter Sickert zu 700 000 West- und Ost-Berlinern. In Ost-Berlin am Marx-Engels-Platz marschieren nicht nur 250 000 Werktätige an der Ehrentribüne vorbei, sondern auch bewaffnete NVA-Soldaten mit Panzern. Zur DDR-Führung hat sich Generaloberst Iwan Jakubowski gesellt, der Oberbefehlshaber der sowjetischen Streitkräfte in der DDR. Der Sender Freies Berlin überträgt die Kundgebung am Reichstag bundesweit und blendet Ausschnitte des Ost-Fernsehens vom Marx-Engels-Platz ein. Sofort reagiert das Ost-Fernsehen mit eingeblendeten Losungen wie: „Für eine Freie Stadt Westberlin!“ Die Losung „NATO raus!“ zu Bildern von der NVA-Parade wird im Westen als „Rohrkrepierer“ verspottet. Gru

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