BERLINER Chronik SERIE : 14. Juni 1961 Jahre Mauerbau

Fahndungsliste der DDR-Grenzer gelangt in Hände der West-Polizei

Ein junger Mann, der sich an der Sektorengrenze vergeblich gegen die Festnahme seiner Braut wehrt, entreißt einem Vopo im Handgemenge die Mappe mit Ergänzungen zur Fahndungsliste. So bringt er die West-Polizei auf den neuesten Stand des „Personen- und Sachfahndungsbuches“ der Volkspolizei. Das Fahndungsbuch, das monatlich ergänzt wird, enthält etwa 40 000 Namen, aber keine Hinweise auf Delikte. Die Fahndungslisten liegen bei der West-Berliner Polizei zur Einsicht. Gewöhnlich sind Personen, die sich außer der Flucht nichts zuschulden kommen ließen, nicht darin erfasst, können sich jedoch nicht sicher sein. Immer wieder ist zu lesen, dass Flüchtlinge mit dem neuen West-Berliner Ausweis einen Besuch im Osten riskierten und festgenommen wurden.

Der CDU-Pressedienst beklagt, dass der Freidenkerverband in West-Berlin „christentumsfeindliche“ Jugendweihen veranstaltet und die SPD, „unter der klaren Verantwortung Willy Brandts“, dies tatkräftig unterstützt, etwa indem Anmeldungen von den Kreisbüros der SPD entgegengenommen werden. Auch wird kritisiert, dass die SPD durchgesetzt habe, dass der Freidenkerverband beachtliche finanzielle Zuschüsse erhalte. Schließlich sei man hier „aus nächster Nähe Zeuge des mit der Jugendweihe in Ulbrichts Terror-Bereich verbundenen Gewissensdrucks“. Gru

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