BERLINER Chronik SERIE : 22. Februar 1961 Jahre Mauerbau

Die S-Bahn will Schritt für Schritt die Raucherabteile abschaffen

Schon vor 50 Jahren gab es Kontroversen über die Frage, wie und ob in der S-Bahn geraucht werden darf. Darüber wurde ausgiebig öffentlich diskutiert. Die im Ostsektor der Stadt erscheinende Berliner Zeitung berichtet beispielsweise über Pläne, die Raucher-Abteile der S-Bahn abzuschaffen. Vor 14 Monaten habe die Fahrt des ersten Nichtraucher-Zuges vom Ostbahnhof nach Eichwalde einen „lebhaften Meinungsstreit“ ausgelöst, heißt es in einem Zeitungsbeitrag. In „Bergen von Zuschriften" aus Ost und West hätten „fast alle“ für die Nichtraucher-Züge plädiert. „Selbstverständlich respektieren wir die Wünsche der Berliner“, wird S-Bahn-Betriebsleiter Götze in dem Artikel zitiert. Aber die S-Bahn hält nicht viel von einem kompletten Rauchverbot in den S-Bahn-Wagen. Man plane „keine Radikalkur, sondern wir gehen jetzt Schritt für Schritt dazu über, alle Züge der S-Bahn nur noch mit Nichtraucher-Abteilen verkehren zu lassen“, sagte Götze. Damit werde ein „Beitrag zur gesunden Lebensführung unserer Bevölkerung“ geleistet. Im Westteil der Stadt sollte es auch noch etliche Jahre dauern, bis in Berlin in der S-Bahn wie auch in U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen ein absolutes Rauchverbot durchgesetzt wurde.

Nachdem sie wegen starker Rauchschwaden alarmiert wurde, überrascht eine Weddinger Polizeistreife am Vinetaplatz zwei 15jährige aus dem Ostsektor beim Abbrennen selbstgebastelter Feuerwerkskörper, einer „hochexplosiven Chemikalienmischung". Die Jungen geben an, sie seien zum Experimentieren in den Westsektor gegangen, da sie meinten, hier „nicht so schnell gefasst“ zu werden. 17 Feuerwerkskörper werden sichergestellt, die Jungen ihren Eltern im Osten übergeben. Gru

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