BERLINER Chronik SERIE : 3. November 1961 Jahre Mauerbau

Im Osten wird gesprengt, im Westen wackeln die Häuser

Bei Erdsprengungen östlicher Bautrupps für den Ausbau der Grenzanlagen werden in Lichtenrade sechs West-Berliner Einfamilienhäuser beschädigt. In einem Haus wird eine 80-jährige Frau durch herabfallende Bretter verletzt. In Marienfelde bersten bei Sprengungen 15 Meter hinter der Mauer Fensterscheiben.

Die Entfernung Stalins aus dem Lenin-Mausoleum und seine Beisetzung an der Moskauer Kreml-Mauer, die dieser Tage auf Beschluss des KPdSU-Parteitages zum Zeichen der Beendigung des Stalin-Kults erfolgten, findet in der DDR nur ein verhaltenes Echo. Bei einem „Telefon-Forum“ des Ost-Fernsehens geben Spitzenfunktionäre der SED keine Antwort auf Fragen von Ost-Berlinern, ob nun auch die Stalinallee (früher Frankfurter Allee) umbenannt werden soll. Horst Sindermann, Leiter der Abteilung Agitation beim Zentralkomitee der SED, sagt nur, die Auswertung des Parteitages werde einige Zeit dauern. Man könne daher zu dieser Frage noch nicht die Volkskammer oder das ZK anrufen. Gru

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