Berliner Ehrensache : Gospelkonzert zugunsten von Teenager-Mamas

Das "Teen-Age-Mothers-Home" soll den verstoßenen Mädchen in Ghana ein neues Zuhause geben. Ein Benefizkonzert soll dabei helfen.

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Hallelujah! Am 9. September ist das Benefiz-Kirchenkonzert.
Hallelujah! Am 9. September ist das Benefiz-Kirchenkonzert.Foto: promo

„Die Mädchen sind einfach Opfer von Umständen, die nicht in ihrer Kontrolle liegen“, so beschreibt Pastor Kingsley Arthur von der International Christian Revival Church in Wedding das Schicksal von Müttern im Teenageralter in seiner alten Heimat. Es seien oft Kindersklaven, Halbwaisen, Waisen oder von den Eltern verlassene Kinder, die sich auf Männer einlassen, um etwas Geborgenheit zu erhalten. Oder sie werden zum Sex gezwungen.

Tritt eine Schwangerschaft ein, seien diese Mädchen auf sich selbst gestellt, sie werden verstoßen und sie haben keine Chance auf eine Schul- oder Berufsausbildung oder eine Perspektive für das Baby. Das gängige Denkmuster sei: Das Mädchen ist schuld.

Der Berliner Pastor Kinsgley Arthur, Träger des Bundesverdienstkreuzes, hat im Jahr 2011 die Nichtregierungsorganisation „Give to Eat Ghana e.V.“ begründet, um den Ärmsten der Armen, den Stigmatisierten sowie den Kindern im 2000-Einwohner-Regenwalddorf Nkum (Agona West/Central Region Ghana) Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Das „Teen-Age-Mothers-Home“

Viel hat er schon in der Region bewegt, weil er die Umstände kennt, die richtigen „Locals“ wie Häuptlinge miteinbezieht und gegen Korruption und den Glauben an einen Fluch oder Hexerei wirkt. In den Projekten für Schulen und Krankenstationen dürfen nur jene dabeibleiben, die auch tatsächlich Arbeit leisten.

Gemeinsam mit einem Komitee von Vertretern aus Nkum, in Absprache mit dem Jugendamt und dem Koordinator vor Ort, Richard Abbam, soll nun ein Hostel-Heim „Teen-Age-Mothers-Home“ für rund 30 der 14- bis 17-Jährigen in Not entstehen.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes, welches sich in der etwa 30 Kilometer entfernten Kreisstadt befindet, hatte diesen dringenden Bedarf geäußert. Dafür gibt es jetzt ein Benefizkonzert des „The Revival Gospel Choir“ in Berlin – da gibt der Pastor den Ton an, auch am Schlagzeug –, und zwar am 9. September, 19 Uhr, in den Kirchen-Altbauräumen der Gemeinde in der Maxstraße 5 in Berlin-Wedding (U-Bhf. Nauener Platz oder Leopoldplatz).

Ab jetzt wird angepackt


Am 20. September reisen 21 Ehrenamtliche, etliche davon Tagesspiegel-Leser, nach Nkum, um erste Vorbereitungen für das Heim zu treffen, zu dem auch eine psychologische Betreuung und Aufklärungsarbeit gehören. Sie werden das bereits gekaufte Land von Steinen säubern, Bausteine herantragen, Wasser für die Baustelle und das Fundament legen.

15 000 Euro braucht der Pastor fürs Projekt. Auf 5000 Euro Spendergelder hoffen die Helfer für 2017. „Wie schön wäre es, wenn das Benefizkonzert das Geld einbrächte“, sagt Kingsley Arthur. Dann könnte den jungen Müttern bald geholfen werden, zurück oder überhaupt zur Schule zu gehen. Für die Teenager-Mütter werden Paten gesucht.

Spendenkonto: International Christian Revival Church, IBAN: DE12 5206 0410 0003 9099 56, Evangelische Bank, Verwendungszweck: Gebt zu essen, Telefonnummer: 030 46459961

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