Berliner Eisbärbaby : Knut-Fans stürmen den Zoo

Das Eisbärbaby Knut hat über Ostern für einen bisher nicht gekannten Ansturm auf den Berliner Zoo gesorgt. Trotz Wartezeiten kamen etwa 125.000 Menschen. Für Knut hat inzwischen eine Trennungsphase von seinem Ziehvater begonnen.

Berlin - Mehr als 70.000 Besucher seien an den vier Ostertagen im Zoo gewesen, sagte Vorstand Gerald Uhlich. "Das ist gewaltig. Das haben wir noch nie gehabt." Seit dem ersten öffentlichen Auftritt des tapsigen, kleinen Bären am 23. März zählte der Zoo insgesamt mehr als 250.000 Besucher. Die Wartezeiten nahmen die Knut-Fans gern in Kauf: Die Besucher hätten viel Verständnis gezeigt, sagte Uhlich. Außerdem seien zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz.

Die Attraktion des Berliner Zoos kann derzeit zweimal täglich bewundert werden, für jeweils eine Stunde vormittags ab 11 Uhr und nachmittags ab 14 Uhr zeigt sich Knut seinen Anhängern. Die Besuchszeiten sollen laut Uhlich in den nächsten vier Wochen auch beibehalten werden, bis Knut etwas größer ist. Seit das Eisbär-Baby zu bewundern ist, würden an Spitzentagen täglich 20.000 Besucher gezählt, sagte Uhlich weiter. Sonst seien es um diese Jahreszeit zwischen 3000 und 4000 pro Tag, an Wochenenden etwas mehr.

Zoo musste zusätzliche Helfer anwerben

Nach anfänglichen Wartezeiten von teilweise zwei Stunden kann der Zoo den Ansturm inzwischen besser bewältigen: Ein Kartenvorverkauf wurde eingeführt, so dass sich die Wartezeiten an den Kassen am Eingang auf 20 Minuten verringert hätten, sagte Uhlich. Vor dem Bärengehege würden die Besucher "kanalisiert". Dort sei mit Wartezeiten von 20 Minuten, manchmal allerdings auch von einer Stunde zu rechnen. Knuts "Ersatzmama", Pfleger Thomas Dörflein, war über Ostern natürlich dabei.

Zusätzliche Helfer musste der Zoo dennoch rekrutieren. 17 Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes kamen zum Einsatz sowie acht Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes. Laut Uhlich wurden zudem alle Zoo-Mitarbeiter, die über Ostern nicht in den Urlaub fuhren, gebeten, in den Tierpark zu kommen. Auch Praktikanten und etwa zehn bis 15 freiwillige Helfer seien eingesprungen. Die Eintrittspreise will der Berliner Zoo dennoch nicht erhöhen. Uhlich ging davon aus, dass der Senat auch seinen Zuschuss für den Zoo nicht kürzen werde.

Knut wurde auch international bekannt, nachdem Stimmen laut geworden waren, die eine Einschläferung des kleinen Bären gefordert hatten. Manche Experten halten die Aufzucht des Eisbären durch seinen Tierpfleger für nicht artgerecht. Sie bemängelten, dass er nicht nach der Geburt getötet wurde. Seine Mutter Tosca hatte Knut und dessen Zwillingsbruder nach deren Geburt Anfang Dezember vor ihrer Höhle ausgesetzt und ignoriert. Während der Bruder kurz darauf starb, überlebte Knut Dank des Aufpäppelns durch seinen Pfleger. (tso/AFP/dpa)

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