Berliner FDP : Lindner siegt im Machtkampf

Martin Lindner ist der neue Spitzenkandidat der Berliner Liberalen für den Bundestag. Landeschef Löning verliert bei der Abstimmung überraschend deutlich.

Rainer W. During

Martin Lindner ist der neue Spitzenkandidat der Berliner Liberalen für den Bundestag. Der bisherige Chef der FDP-Abgeordnetenhausfraktion setzte sich gestern überraschend deutlich gegen den Landesvorsitzenden Markus Löning durch. Für Lindner votierten 214 der 349 Delegierten, für Löning, der jetzt über persönliche Konsequenten nachdenken will, nur 133. Vor einem knappen Jahr war noch Lindner im Wettkampf um den Landesvorsitz unterlegen. An der Rivalität dürfte es gelegen haben, dass sich die beiden Köpfe der FDP nicht auf eine Verteilung der Spitzenplätze einigen konnten.

„Wir alle gemeinsam sind die Berliner Liberalen und kämpfen gemeinsam für unsere politischen Ziele“, hatte Löning bei seiner Begrüßung die Parteifreunde beschworen. Wenn man an die Regierung wolle, müsse man Leute überzeugen, die „keine Hardcore-Liberalen“ seien, sondern „noch nie FDP gewählt haben“, sagte der Bundestagsabgeordnete. Dafür würde es eines starken Teams bedürfen, dessen „Anführer“ er sein wolle.

Lindner hingegen betonte, dass der Aufruf zur Geschlossenheit den innerparteilichen Wettbewerb nicht ausschließen dürfe. „Sobald die Liste steht, kämpfen wir wie ein Mann und eine Frau“, so der Noch-Fraktionschef. „Die Gegner stecken in anderen Parteien.“ Es sei „Zeit, etwas Neues zu wagen“, sagte Lindner zu seinem Wechsel von der Landes- in die Bundespolitik. Stillstand sei Rückschritt, auch im Abgeordnetenhaus sei es an der Zeit, „dass neue Kräfte Schwung nehmen“. Im Bundestag wolle er weiter für Berlin kämpfen und dazu beitragen, „dass wir Rot-Rot“ in dieser Stadt ablösen.

Löning sprach von einer „herben Niederlage“. Die Delegierten hätten mit ihrem deutlichen Votum klargemacht, „dass sie mit Lindner und nicht mit mir in den Wahlkampf ziehen wollen“. Deshalb verzichtete der Landeschef auf eine Kandidatur für einen der folgenden Plätze. „Weiteres werde ich mir überlegen“, sagte Löning. Auch beim zweiten Listenplatz gab es einen Wechsel. Nominiert wurde mit deutlicher Mehrheit der stellvertretende Landesvorsitzende Lars Lindemann. Der bisherige zweite Berliner FDP-Abgeordnete Hellmut Königshaus konnte sich aber beim Kampf um den dritten Platz gegen die Abgeordnete Mieke Senftleben durchsetzen. Rainer W. During

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