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Berliner FDP : Sebastian Czaja ist Spitzenkandidat

Sebastian Czaja ist Spitzenkandidat der FDP, Sibylle Meister wurde zur neuen Landesvorsitzenden gewählt. Derzeit werden die Liberalen in Meinungsumfragen bei drei bis vier Prozent gemessen.

Werner van Bebber
Der Generalsekretär der Berliner FDP, Sebastian Czaja, wurde auch zum Spitzenkandidat gewählt, beim FDP-Landesparteitag am 12. März.
Der Generalsekretär der Berliner FDP, Sebastian Czaja, wurde auch zum Spitzenkandidat gewählt, beim FDP-Landesparteitag am 12....Foto: Soeren Stache/dpa

Am Samstag hat die Berliner FDP ihren Generalsekretär Sebastian Czaja zum Spitzenkandidaten gewählt. "Jetzt geht es in den nächsten 190 Tagen darum, sich als FDP deutlich zu positionieren. Berlin braucht dringend ein Update", sagte Czaja. Er fühle den Rückenwind aus seiner Partei, die bei diesem Parteitag gezeigt habe, "dass sie geschlossen dasteht", so Czaja. Die FDP wolle sich von Michael Müllers (SPD) Bild der "wachsenden Stadt" abgrenzen und wirbt daher mit dem Bild der "funktionierenden Stadt". Vor allem die Themen Berliner Verwaltung, Stichwort Termine bei Bürgerämtern und Wohnraum werden Wahlkampfthemen.

Am Freitag war es knapp für Sibylle Meister, aber es hat gereicht: Die Reinickendorfer Liberale ist neue Landesvorsitzende der Berliner FDP. Mit 172 Stimmen – die absolute Mehrheit lag bei 170 Stimmen – gewann die ehemalige Abgeordnete und Landesgeschäftsführerin gegen ihren Mitbewerber Hans Bellstedt. Der Inhaber einer Kommunikationsagentur holte 160 Stimmen, nachdem er die packendere Rede gehalten hatte.
Für Meister sprach wohl nach der Überzeugung der Mehrheit ihre Erfahrung als Organisatorin: Die FDP muss nun mit bescheidenen finanziellen Mitteln einen Wahlkampf hinbekommen, um im September wieder ins Abgeordnetenhaus und in die Bezirksverordnetenversammlungen einzuziehen. Dem Berliner Landesparlament hatten die Liberalen bis 2011 angehört, als sie mit 1,8 Prozent der Stimmen das schlechteste Ergebnis ihrer Berliner Geschichte erzielten. Derzeit werden die Liberalen in Meinungsumfragen bei drei bis vier Prozent gemessen.
Auf dem Landesparteitag machten die 340 Delegierten einen zuversichtlichen und wahlkampflustigen Eindruck. „Hinfallen kann wach machen“, hatte Sebastian Czaja gesagt. Mit der Fundamentalkritik am Senat taten sich die Liberalen aus dem Gefühl heraus leicht, die Zeit der außerparlamentarischen Opposition genutzt zu haben, um alten Konflikte zu beenden. „Die große Koalition liegt wie Mehltau über Berlin “, höhnte Czaja, und Maren Jasper-Winter, Kandidatin für das Abgeordnetenhaus in Mitte, rief ihren Parteifreunden zu, dieser Freitag sei „Tag eins des Comebacks der Berliner FDP“.

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