Berliner Feuerwehr in Seenot : Nur ein Löschboot für ganz Berlin

Beim Brand im Spreepark hätte die Feuerwehr ihr Löschboot gut gebrauchen können. Doch weil eine Schleuse geschlossen war, kam es nicht zum Einsatz. Das war nicht das einzige Problem dabei.

von und Franziska Felber
Am anderen Ufer. Weil die Schleuse nachts geschlossen war, kam das Feuerwehrschiff nicht durch Charlottenburg.
Am anderen Ufer. Weil die Schleuse nachts geschlossen war, kam das Feuerwehrschiff nicht durch Charlottenburg.Foto: Imago

Der rote Lack ist etwas stumpf, die Technik nicht ganz frisch, aber sonst? Es löscht, na bitte. Berlins Feuerwehrboot – Baujahr: 1974 – liegt gut vertäut in der Havel vor der Wache „Spandau Süd“, einen guten Kilometer vom Rathaus entfernt.

In der Nacht zu Montag hätten die Feuerwehrkräfte am Treptower Park gern die Hilfe des Löschboots in Anspruch genommen, als die Kulissen im „Spreepark“ in Flammen standen und der Druck in den ausgerollten Schläuchen eher gering war, weil sich der nächste Hydrant 1500 Meter entfernt befand. Doch so einfach ist das alles nicht auf Berlins Gewässern.

„Unser einziges Boot, das uns in dieser Nacht zur Verfügung steht, befindet sich in Spandau“, hieß es in der Feuerwehrzentrale. „Wir wären mehr als zwei Stunden unterwegs gewesen bis zum Spreepark.“ Aber nicht nur das: „Die Schleuse in Charlottenburg ist nachts nicht besetzt – wir wären also gar nicht erst durchgekommen.“ Und so alarmierte die Zentrale ein sogenanntes Mehrzweckboot der Feuerwehr und bat vor allem die Polizei um Hilfe. Diese hat auf ihren Booten ebenfalls Löschpumpen. „So bekamen wir das Feuer schnell in den Griff.“

Braucht die Feuerwehr also nicht nur das eine Boot auf der Havel, zumal es früher auch in Köpenick eins gab? „So ein Löschboot ist sehr teuer und fast so groß wie ein kleiner Dampfer“, sagt ein Feuerwehrsprecher. Auch werde es eher selten angefordert, weil ja an den Kanälen und an der Spree meistens die Einheiten vom Ufer aus ohnehin alles erreichen. Es wäre aber im Notfall hilfreich, wenn die Innenstadtschleuse direkt unter der Rudolf-Wissell-Brücke (A 100) auch nachts besetzt wäre, damit die Löschkräfte in Berlin unterwegs sein können. Beim Wasser- und Schifffahrtsamt hat man da prompt mal nachgeschaut. Wann kam es zuletzt vor, dass ein Feuerwehrlöschboot durch die Schleuse in Charlottenburg wollte? „Das war vor 24 Jahren – 1990.“

Das Feuer im Spreepark wurde auch so gelöscht, um 4 Uhr war alles unter Kontrolle. Die Schleuse von Charlottenburg wäre da immer noch nicht in Betrieb. Ihre Öffnungszeiten: „Von 6 bis 24 Uhr“.

6 Kommentare

Neuester Kommentar