Berliner Filmgeschichte : Wie Emil Jannings das Fliegen lernte

Auf der Berlinale war E.A. Duponts "Varieté" einer der filmhistorischen Höhepunkte. Der Film liegt nun restauriert und mit neuer Musik der Tiger Lillies auch als DVD vor.

Andreas Conrad
Emil Jannings und Lya de Putti in "Varieté".
Emil Jannings und Lya de Putti in "Varieté".Foto: promo

Dreifacher Salto, also Salto Mortale – das schafften in den 20er Jahren nur die aus Mexiko stammenden „Codonas“. 1925, auf ihrer ersten Europa-Tournee, traten sie im Berliner Varieté Wintergarten an der Friedrichstraße auf – und schrieben Filmgeschichte: Die „Codonas“ doubelten die „Artinellis“, das an Liebe, Lust und Eifersucht zugrunde gehende Artistentrio in E. A. Duponts „Varieté“. Bei der Berlinale war der von der Murnau-Stiftung frisch restaurierte Ufa-Stummfilm einer der „Classics“-Höhepunkte, einmalig gezeigt zur neuen, live aufgeführten Musik der Tiger Lillies – ein nur wenigen vergönntes Vergnügen.

Nun liegt der Film als DVD vor, samt der neuen Musik. Wichtigste Grundlage der Restaurierung war, wie berichtet, eine durch den US-Verleih temporeicher geschnittene Nitrokopie aus der Library of Congress in Washington. Sie ist auf der DVD als Bonusmaterial zu sehen, zu einer eigenen Komposition begleitet von Peer Kleinschmidt an der Kinoorgel im Filmmuseum Potsdam, die nur wenig jünger ist als der Film. Zudem ist der DVD eine informative Broschüre beigefügt, die Auskunft gibt über den Film, seine Restaurierung – und die im Vorspann ungenannten „Codonas“. Deren Karriere endete ähnlich tragisch wie die der „Artinellis“. Im Film ersticht Emil Jannings seinen Nebenbuhler, im wahren Leben erschoss Alfredo Codona bei einem letzten Anwaltstermin seine geschiedene Frau und sich.

„Varieté“. Regie E. A. Dupont, mit Emil Jannings, Lya de Puti und Warwick Ward (1925). DVD, Vertrieb durch Edel:Kultur.

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