Berlin : Berliner Filz in der Urania

Initiative zum Bankenskandal zeigt eine Ausstellung über die Hintergründe der Affäre

Sabine Beikler

Viel Prominenz hat sich am Sonntagabend zur Ausstellungseröffnung zum Berliner Bankenskandal angekündigt, darunter Publizistin Lea Rosh, Schauspielerin Martina Gedeck oder Kabarettist Martin Buchholz. Von Montag bis zum 15. April zeigt die „Initiative Bürger gegen den Bankenskandal“ auf rund 20 großen Stelltafeln im Foyer der Urania die Hintergründe, Drahtzieher und Folgen der Berliner Banken-Affäre.

Gleich am Eingang stößt der Besucher auf eine Tafel mit dem Appell, dass die Übernahme von möglichen Bankrisiken über 21,6 Milliarden Euro durch das Land „nicht sinnvoll“ gewesen sei und der Beschluss zurückgenommen werden müsse.

Die Schau ist in Themenblöcke unterteilt, beginnend mit der Entstehungsgeschichte der Bankgesellschaft Anfang der neunziger Jahre. Von „Gigantomanen“ ist die Rede, darunter Texte über Edzard Reuter (SPD) als erster Aufsichtsratsvorsitzender der Bankgesellschaft nach ihrer Gründung 1994, über den früheren Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) oder über Klaus Landowsky, Ex-CDU-Fraktionschef und früherer Chef der Berlin Hyp. Als „Profiteure und Nutznießer“ benennen die Ausstellungsmacher zum Beispiel Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Den größten Teil der Schau nimmt aber die Aufarbeitung des Skandals ein: Dargestellt werden die Rolle des früheren Immobilienimperiums Aubis, die CDU-Parteispendenaffäre, die aufgelegten Fonds oder die riskanten Immobiliengeschäfte der Bankentöchter. Diese Geschäfte hatten die Bank Ende der neunziger Jahre derart in Schieflage gebracht, dass das Land milliardenschwere Bürgschaften übernehmen musste, um eine drohende Insolvenz zu verhindern. Rolf Kreibich von der Initiative spricht bei der Bankenaffäre vom „typischen Berliner Filz“.

Aus der Affäre leitet die Initiative Forderungen ab, wie einen „Insolvenzplan“ für die Bank zu erstellen, um weiteren Schaden abzuwenden.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 15. April 2005 im Foyer der Urania. Sie ist täglich von 12 bis 23 Uhr geöffnet.

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