Berlin : Berliner Flughäfen: Wenn Schönefeld steht, ist für Tegel Schluss

Klaus Kurpjuweit

Der Flughafen Tegel steht vor dem Aus. Heute will der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft den Schließungsantrag für den innerstädtischen Flughafen festzurren. Tegel soll den Betrieb aufgeben, so bald der geplante Ausbau Schönefelds zum Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) abgeschlossen ist.

Schon jetzt gibt es in Tegel weniger Betrieb. Nach den Terroranschlägen in Amerika ist die Zahl der Passagiere auf dem wichtigsten Berliner Flughafen um fast 20 Prozent zurückgegangen. Weitere Flüge werden derzeit aber noch nicht gestrichen, so dass es zumindest zunächst nur bei der Aufgabe der Verbindung nach Washington durch die Lufthansa bleibt.

Die Hürden vor der Schließung eines Flughafens sind fast so hoch wie vor dem Bau einer Anlage. Ein Schließungsverfahren dauert, wie ein Genehmigungsverfahren für den Bau eines Flughafens, mehrere Jahre. Deshalb muss der Antrag jetzt gestellt werden, wenn Tegel, wie vereinbart, mit der Inbetriebnahme von BBI 2007 geschlossen wird. Trotz der Probleme mit der Privatisierung gehen die Ausbauplanungen für Schönefeld weiter.

Für Tempelhof läuft der Schließungsantrag bereits. 1996 hatten Berlin, Brandenburg und der Bund in ihrem so genannten Konsensbeschluss vereinbart, Tempelhof aufzugeben, wenn der Ausbau Schönefelds rechtskräftig genehmigt ist. Damit rechnen die Planer für 2003/2004. Das Verfahren stockte aber, weil die Flughafengesellschaft beantragt hatte, den Schließungsantrag vorübergehend ruhen zu lassen. Sie will Tempelhof jetzt erst zeitgleich mit Tegel schließen, um die Kapazität von Tempelhof nicht aufzugeben.

In diesem Jahr schrauben die Planer die Prognosen aber bereits nach unten. Die Terroranschläge in New York und Washington haben zu einem drastischen Rückgang der Passagierzahlen auch auf den Berliner Flughäfen geführt, sagte Flughafensprecherin Rosemarie Meichsner auf Anfrage.

Nach den Prognosen sollte die Zahl der Passagiere in diesem Jahr insgesamt von 13,3 auf 13,9 Millionen steigen. Diese Zahl werde man mit Sicherheit nicht erreichen, so Meichsner. Personelle Konsequenzen gebe es nicht; an Entlassungen auf den Flughäfen sei nicht gedacht. Zudem hofft die Flughafengesellschaft auf einen Aufschwung zu den Herbstferien.

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