• Berliner Flughäfen wollen Rekord erneut toppen 19 Millionen Passagiere in diesem Jahr erwartet

Berlin : Berliner Flughäfen wollen Rekord erneut toppen 19 Millionen Passagiere in diesem Jahr erwartet

24 Prozent der BBI-Finanzierung geschafft

Klaus Kurpjuweit

Die Berliner Flughäfen wollen ihren Rekordkurs fortsetzen. Mit 18,5 Millionen Passagieren haben sie im vergangenen Jahr so viele Fluggäste wie noch nie gezählt, in diesem Jahr sollen es nach Angaben von Flughafenchef Rainer Schwarz mindestens 19 Millionen werden. Berlin habe sich damit „eindrucksvoll eingereiht in die erste Reihe der Flughäfen in Deutschland“, sagte Schwarz gestern bei der Bilanz für das vergangene Jahr. Mit den Passagierzahlen für alle Flughäfen steht Berlin nach Frankfurt (Main) und München weiterhin an dritter Stelle in Deutschland.

Von Berlin aus steuern Flugzeuge 160 Ziele an, vorwiegend in Europa. Schwarz rechnet aber damit, dass noch vor der Inbetriebnahme des ausgebauten Flughafens BBI in Schönefeld auch weitere Langstreckenverbindungen hinzu kommen. Die Fluggesellschaft Oasis aus Hongkong hat bereits angekündigt, im nächsten Jahr nach Schönefeld zu fliegen; Interesse hat auch Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten signalisiert.

Große Chancen für den Standort Berlin ergeben sich für Schwarz auch durch die Expansion von Air Berlin. Und selbst die Lufthansa erkenne nun den Standort Berlin vor allem für Verbindungen nach Osten. Die Lufthansa hat, wie berichtet, jetzt auch Moskau als Ziel von Berlin aus ins Programm genommen – allerdings zunächst nur mit einem Flug in der Woche jeweils sonnabends. „Dabei muss es aber nicht bleiben“, sagte Schwarz. Vor allem neue Umsteiger will die Flughafengesellschaft nach Berlin locken.

Die Flughafengesellschaft ist auf Wachstum angewiesen, um den Ausbau in Schönefeld finanzieren zu können. 440 Millionen Euro muss sie bei dem Zwei-Milliarden-Projekt selbst erwirtschaften. Mit 103,6 Millionen Euro hat sie in den vergangenen Jahren bereits 24 Prozent dieser Summe geschafft.

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf 221,9 Millionen Euro. Hierbei hat die Flughafengesellschaft auch die Einnahmen aus der Vermietung von Geschäften und anderen Immobilien gesteigert. Der ausgewiesene Jahresüberschuss ist allerdings von 24,4 Millionen Euro auf 4,5 Millionen Euro gesunken. Schwarz begründet den Rückgang mit höheren Abschreibungen und Rückstellungen.

Mehr Geld als geplant muss die Flughafengesellschaft in diesem Jahr für Tempelhof ausgeben. Der Verlust werde von 6 Millionen Euro auf über 10 Millionen Euro steigen, sagte Schwarz. Die Flughafengesellschaft darf Tempelhof erst am 31. Oktober 2008 schließen – ein Jahr später als von ihr gewollt. Der Gruppenantrag von über 100 Abgeordneten im Bundestag zum Offenhalten von Tempelhof könnte Ende April behandelt werden, sagte der Bundestagsabgeordnete Peter Rzepka (CDU). Den fraktionsübergreifenden Antrag hat er initiiert, weil mit dem Koalitionspartner SPD kein gemeinsamer Nenner zum Offenhalten zu finden ist.

Auch Schönefeld ist mit 16 Millionen Euro in der Verlustzone geblieben. Doch das Ergebnis habe sich um weitere fünf Millionen Euro verbessert, sagte Schwarz. Richtig Geld verdient hat Tegel mit fast 50 Millionen Euro. Der Flughafen wird geschlossen, wenn BBI fertig ist. Als Eröffnungstermin nennt Schwarz weiter den 1. November 2011. Im Geschäftsbericht heißt es jedoch, es könne nicht ausgeschlossen werden, „dass es zu bisher nicht absehbaren Verzögerungen kommt“. Dies sei bei solchen Projekten eine übliche Formulierung, sagte Schwarz.

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