Berlin : Berliner Friedhöfe: Jüdischer Friedhof Weißensee

Jüdischer Friedhof Weißensee, Herbert-Baum-Strasse 45. Er wurde am 9. September 1880 eingeweiht, damals noch weit außerhalb- der Stadt. Mit ungefähr 115 000 Grabstellen ist dieser Friedhof einer der größten Europas. Wer ihn besucht, begegnet am Eingang einer Gedenkstätte für die sechs Millionen Juden, die ermordet wurden in den hier namentlich aufgeführten Konzentrationslagern. Es ist ein Friedhof, auf dem Persönlichkeiten zur Ruhe kamen, die das Berliner Geistes- und Kulturleben bereichert hatten. Heinz Knoblochs Band "Berliner Grabsteine" zur Hand, wird ein Besuch in Weißensee zur Begegnung mit ihnen. Einer sei aus der Fülle großer Namen beispielhaft genannt: Theodor Wolff (1868-1943), der Chefredakteur des bei Rudolf Mosse seit 1872 erschienenen, hochangesehenen "Berliner Tageblatts". Ihn haben die Nazis in Nizza verhaftet und in den Konzentrationslagern, zuletzt in Sachsenhausen so gequält, dass er diesen Qualen, nach Berlin zurückgekehrt, im Jüdischen Krankenhaus schließlich erlag.

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