• Berliner Gas-Explosion: Manipulationen sind kaum zu verhindern - Gasag rät, Heizungskeller mit Sicherheitsschloss zu verriegeln

Berlin : Berliner Gas-Explosion: Manipulationen sind kaum zu verhindern - Gasag rät, Heizungskeller mit Sicherheitsschloss zu verriegeln

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Die Gasag sieht nach der Explosion in einem Wohnhaus in Charlottenburg keinen Anlass für höhere Sicherheitsstandards bei den Gasanlagen. Der Sprecher des Unternehmens, Klausch Haschker, sagte, es handle sich um eine sichere und umweltfreundliche Technik. Bundesweit gebe es mit Gas im Vergleich zu Strom 15 Mal weniger tödliche Unfälle. Die Zugänglichkeit von Kellern mit Gasanschlüssen für Unbefugte ist seiner Ansicht nach aber "ein Problem". Hauseigentümer sollten im Interesse der Mieter Keller mit Hauptgasanschlüssen so stark wie möglich schützen, sagte er. Dazu gehörten auch "vernünftige Sicherheitsschlösser".

Nach Erfahrung der Gasag sei "der überwiegende Teil" der Keller mit Gasanschluss so verriegelt. Haschker sagte aber auch, solche Barrieren hätten Explosionen wie die in Charlottenburg oder vor zwei Jahren in Steglitz nicht verhindern können. Gegen mutwillige Manipulationen an Gasleitungen sei wenig auszurichten. Verschlossene Heizungskeller könnten schließlich aufgebrochen werden.

Beim Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen hieß es, die Mieter der Mitglieder hätten "in der Regel" keinen Zugang zu den technischen Anlagen. Ob alle Hauskeller Sicherheitsschlösser haben, konnte man dort nicht sagen. Richtlinien darüber, wie zugänglich Heizungs- oder Versorgungskeller sein dürfen, gebe es nicht. Im Verband sind die öffentlichen Wohnungsgesellschaften und die Genossenschaften Mitglieder. Ihnen gehören etwa 1,3 Millionen Wohnungen.

Bei der Installation von Gasanlagen gelten nach Angaben von Gasag-Sprecher Haschker die Sicherheitsrichtlinien des Verbandes des Gas- und Wasserfachs. Gasleitungen unter dem Putz und damit weniger sichtbar verlaufen zu lassen, sei technisch nicht möglich. Für die Leitungen im Haus seien die Eigentümer verantwortlich, die Gasag-Zuständigkeit ende am Haupthahn. In der Stadt gebe es 140 000 Häuser mit Gasanschluss. Das Gros davon seien Altbauten.

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