Berlin : Berliner Gas-Explosion: Millionenschaden für die Versicherungen

C. v. L.

Viele Verletzte und Sachschäden in Millionenhöhe - die Betroffenen des Explosionsunglücks in der Herderstraße werden noch lange an das Unglück zurückdenken müssen. Wer für die Schäden aufzukommen hat, ist klar: Zahlreiche Versicherungen werden in den nächsten Wochen viel Arbeit haben.

Wie Uwe Knop vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute gestern sagte, sollten die betroffenen Haushalte zunächst die jeweilige Hausratversicherung zum Ansprechpartner wählen. Das gilt auch für Wohnungen der Nachbarhäuser, in denen durch das Gasunglück Schäden entstanden. Die Hausratversicherung deckt auch Explosionsschäden ab. Aufgrund der Druckwelle kommen für die Glasschäden die jeweiligen Gebäudeversicherungen auf. Bei den Verletzten werden die Unfall- und Krankenversicherungen eingeschaltet, die Folgeschäden sind durch die Unfallversicherung gedeckt. Ist keine Unfallversicherung abgeschlossen, sollten sich Betroffene Rechtsbeistand holen und ihre Ansprüche gegen den Verursacher durchsetzen. Für die bei der Druckwelle beschädigten Autos zahlt die jeweilige Teilkaskoversicherung, denn sie deckt auch Explosionsschäden. Wer keine Versicherung hat, muss seine Ansprüche zivilrechtlich durchsetzen.

Es ist ein Versicherungspaket aufzuschnüren, das Hausrat-, Gebäude-, Unfall-, Krankenschutz und Teilkasko enthalten sollte. Da offenbar an der Gasleitung manipuliert wurde, müsse auch geklärt werden, wieweit eine Mitschuld der Gebäudeeigentümer besteht, falls Rohre hätten gesichert werden müssen, sagte Knop. Bernd Giersberg, Abteilungsleiter beim größten Berliner Gebäudeversicherer - der Feuersozietät - aber meint: "Hat jemand manipuliert, kann sich kein Hausbesitzer dagegen absichern". Anders aber wäre es, wenn die Gasleitungen porös gewesen seien. Alles aber spreche für "Manipulation durch einen Dritten".

Und dieser "Dritte" müsste letztlich für alle Schäden aufkommen. Angesichts der Summen vermutlich reine Theorie.

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