Berlin : Berliner halten sich zurück

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Berlin Für Aufräumarbeiten auf der Sanierungsbaustelle des Berliner Strandbades Wannsee hatte die Arbeitsagentur 24 Ein-Euro-Jobs bewilligt und die Stellen vergeben. Am 1. Arbeitstag aber stand der Bauleiter allein auf der Baustelle. Keiner der Aspiranten war erschienen.

Dieses Beispiel ist auch in Berlin ein Einzelfall. Trotzdem: Die Ein-Euro-Jobs sind in der Hauptstadt schwerer vermittelbar als anderswo. Während in Brandenburg bereits mehr als 90 Prozent der insgesamt 7500 Stellen besetzt sind, haben in Berlin gerade einmal 3400 Arbeitslose einen der angebotenen 7100 Jobs angenommen. „Dabei ist das Interesse eigentlich da“, sagt Olaf Möller, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg. Er führt die geringere Nachfrage unter anderem darauf zurück, dass in Berlin viele Ein-Euro-Jobs im sozialen Bereich angeboten werden und Arbeitslose sich dafür nicht qualifiziert fühlen. Es handle sich größtenteils nicht um Arbeiten im Grünbereich, „wo man quasi nur die Harke halten können muss“.

Diese Einschätzung teilt auch Ellen Queisser von der Arbeitsagentur Nord, die in Berlin mit 3000 Stellen das größte Kontingent an Ein-Euro-Jobs anbietet. „Oft stellen die Menschen erst in den Vorstellungsgesprächen fest, dass der Job für sie nicht in Frage kommt“, sagt Queisser. Seniorenbetreuung oder Arbeit mit Jugendlichen seien eben nicht jedermanns Sache. Beim Berliner Paritätischen Wohlfahrtsverband und dem Diakonischen Werk sieht man noch eine andere Ursache. Viele Beschäftigungsgesellschaften hätten zwar pauschal Ein-Euro-Jobs beantragt, aber noch nicht genügend konkrete Einsatzmöglichkeiten definiert. sik

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