Berlin : Berliner Haushalt: Sollen Beschäftigte länger arbeiten? CONTRA von Sigrid Kneist

Sigrid Kneist

Wie bringt man die Motivation der Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst garantiert auf den Nullpunkt? Richtig, mit der Drohung von Mehrarbeit. Auch wenn keiner mehr so richtig wissen möchte, wer den Vorschlag einer 41- oder 41,5 Stunden-Woche für Beamte oder gleich alle öffentlichen Beschäftigten bei den Koalitionsverhandlungen auf den Tisch gebracht hat, das Thema ist jetzt virulent und wird genügend Missmut schaffen. Diesen kann der künftige Senat aber in seiner Mitarbeiterschaft nicht brauchen.

Zum Thema Ted: Sollen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst länger arbeiten? Überhaupt scheint es etwas einfallslos, bei der Frage der Haushaltskonsolidierung fast ausschließlich die Senkung der Personalkosten des Landes zu nennen. So viele Menschen könnte man gar nicht entlassen, als dass sich durch die gewonnenen Einsparungen das Haushaltsloch stopfen ließe.

Denn sicher ist der Öffentliche Dienst in Berlin immer noch zu aufgebläht und alles in allem zu teuer. Das ist aber nicht die Schuld derer, die dort arbeiten. Natürlich sind Reformen in diesem Bereich notwendig. Aber durchsetzbar sind sie nur, wenn die Beschäftigten mitziehen. Mit einer Belegschaft, die aus Frustration mauert, geht das nicht. Eine Verlängerung der reinen Arbeitszeit bringt gar nichts, selbst wenn man sie nur auf die Gruppe der Beamten beschränken würde. Vielmehr würde so die eine Gruppe der Beschäftigten gegen die andere ausgespielt. Kein guter Weg zur Reform, gespart wird auf diese Weise nicht.

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