Berlin : Berliner Karneval: "Heijo" zu Siegfrieds Tod

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Das Ergebnis unseres Pro und Contra spricht dafür, dass die Tagesspiegel-Leser dagegen sind: 91,6 Prozent der Anrufer wollen hier keinen Rheinischen Karneval, nur 8,4 Prozent sind für Bützchen, Kamelle, Funkenmariechen und all die anderen losen Dinge zur Faschingszeit. Geradezu erdrutschartig wurde bewiesen, was letztens der Initiator des für kommenden Sonntag geplanten Karnevalsumzuges so umschrieb: "Wir (Rheinländer) sind näher am Süden dran, und hier ist man näher an Sibirien." Dennoch gebietet es unsere journalistische Informationspflicht, wenigstens auf einige Faschingsvorhaben kommender Tage hinzuweisen: Im Kesselhaus der Kulturbrauerei gibt es ab Freitag drei Karnevalsnächte - zunächst mit Highlights vom Karneval in Salvador da Bahia im Zeichen Brasiliens, am zweiten Tag mit Salsa, Rumba und Cha-Cha-Cha zum Thema Kuba und als Kostümfest am Rosenmontag. Auch die bekannte Szeneruine I. M. Eimer in der Rosenthaler Straße feiert drei Tage, während Samstag und Sonntag die Uhland-Passage und das Restaurant "Incontri" zu einem Venezianischen Karneval (mit Kostümen und Masken) einladen. Original Rheinischen Karneval "mit Kölsch, Musik, Wein, Weib und Gesang" gibt es im "StäV" am Schiffbauerdamm zu Weiberfastnacht (22. 2.) und Rosenmontag. Im Tränenpalast legt DJ "Charly us Bonn" auf, während im Festzelt auf dem Alex die Weiber am Donnerstag ab 11 Uhr 11 ziemlich losgelassen sind. (Bis 27. jagt da eine Party die nächste).

Während sich kommenden Sonntag der Karnevalsumzug über die "Linden" bewegt, beginnt um 16 Uhr in der an der Paradestrecke gelegenen Staatsoper Wagners "Götterdämmerung". Schon möglich, dass sich die beiden Darbietungen gegenseitig musikalisch befruchten und die Wagnerianer drinnen ein kräftiges "Heijo!" vernehmen. Das singen sie allerdings draußen - als Schlachtruf des Berliner Karnevals.

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