Berliner Kliniken : Charité-Beschäftigte setzen Streik fort

Die nichtärztlichen Beschäftigten der Charité haben ihren Streik fortgesetzt. Bestreikt wurden wie schon am Vortag die Operationssäle. Auch am Freitag soll gestreikt werden.

Berlin - Mehr als 200 Beschäftigte nahmen nach Angaben des Verhandlungsführers der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Georg Güttner-Mayernach, an den Streikaktionen am Virchow-Klinikum, Campus Mitte und Klinikum Benjamin-Franklin teil.

Am Campus Mitte habe es "heftige Auseinandersetzungen" zwischen der Streikleitung und dem ärztlichen Personal gegeben, sagte der Berliner Verdi-Geschäftsführer Roland Tremper. Immer wieder werde von den Ärzten versucht, die abgeschlossenen Notdienstvereinbarungen zu nutzen, um den Streik auszuhebeln. "Wir haben die Klinikleitung ultimativ aufgefordert, diese Praxis sofort zu unterbinden, um eine weitere Verschärfung des Konflikts zu vermeiden", betonte er.

Die Ärzteschaft der Charité wies den Vorwurf zurück, sie agiere in den bestreikten OP-Sälen als Streikbrecher. "In Einzelfällen kam es in den letzten Tagen zur Übernahme von pflegerischen Aufgaben durch das ärztliche Personal, um die Durchführung von geplanten Operationen in Härte- und Notfällen zu ermöglichen", sagte ein Sprecher der Ärzteinitiative der Charité. Die Initiative erklärte sich mit der Forderung der nichtärztlichen Beschäftigten solidarisch.

Am Freitag soll die Haustechnik streiken

Für Freitag rief Verdi die Beschäftigten der Charité-Haustechnik zum Streik auf. An allen drei Standorten sollen die Arbeitsniederlegungen um 7 Uhr beginnen, vor dem Virchow-Klinikum startet um 10.30 Uhr ein Demonstrationszug zum Standort Mitte. Vor dem Verwaltungsgebäude soll um 12 Uhr eine Kundgebung stattfinden.

Die Tarifverhandlungen für die nichtärztlichen Beschäftigten waren am Montag vergangener Woche nach monatelangem Tauziehen gescheitert. Verdi fordert für die Krankenschwestern, Pfleger, Verwaltungsangestellten und das technische Personal des Universitätsklinikums unter anderem die Übernahme der Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst aus den Jahren 2003 und 2005 sowie den Verzicht auf Privatisierungen und betriebsbedingte Kündigungen. Die Mitarbeiter am größten deutschen Universitätsklinikum haben nach Gewerkschaftsangaben seit 2002 keine Lohn- und Gehaltserhöhungen mehr bekommen. (tso/ddp)

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