Berliner Kliniken : Charité-Beschäftigte streiken weiter

Die nichtärztlichen Beschäftigten der Charité haben ihren Streik an allen drei Klinikstandorten fortgesetzt. Heute gingen die Beschäftigten der Haustechnik in den Ausstand.

Berlin - Nachdem an den Tagen zuvor die Operationssäle bestreikt worden waren, rief die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nun die Beschäftigten im Bereich Facility Management, zu dem beispielsweise Technik- und Reinigungskräfte gehören, zum Ausstand auf. Beteiligt waren Mitarbeiter des Virchow-Klinikums, des Campus Mitte und des Klinikums Benjamin-Franklin. Nach Verdi-Angaben stimmte derweil der Aufsichtsrat der Charité zu, ein Tarifangebot für die nichtärztlichen Beschäftigten vorzulegen. "Wir begrüßen die Bereitschaft der Arbeitgeberseite, den Konflikt zu beenden", sagte Verdi-Verhandlungsführer Georg Güttner-Mayer. Es gebe jedoch keinen Anlass zur Entwarnung. Der Streik werde fortgesetzt, und könne erst kurzzeitig ausgesetzt werden, wenn die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegten.

Verdi-Gewerkschaftssekretär Werner Koop warf unterdessen einigen Vorgesetzten am Klinikum Benjamin-Franklin vor, sie hätten die streikenden Mitarbeiter "mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen massiv bedroht". Viele Beschäftigte seien derart eingeschüchtert worden, dass sie sich wieder zurück an ihren Arbeitsplatz begeben hätten, sagte er.

Nur bestimmte Mitarbeiter dürfen streiken

Eine Charité-Sprecherin unterstrich derweil, dass sich nicht alle Mitarbeiter des Bereiches Facility Management rechtmäßig am Streik beteiligen könnten, sondern nur diejenigen mit Charité-Verträgen. Dies hätten Vorgesetzte im Klinikum Benjamin-Franklin gegenüber ihren Beschäftigten vermutlich nur richtig gestellt, fügte sie hinzu.

Der Arbeitskampf hatte am Dienstag begonnen, nachdem die Tarifverhandlungen für die nichtärztlichen Beschäftigten nach monatelangem Tauziehen gescheitert waren. Verdi forderte für die Krankenschwestern, Pfleger, Verwaltungsangestellten und das technische Personal des Universitätsklinikums unter anderem die Übernahme der Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst aus den Jahren 2003 und 2005 sowie den Verzicht auf Privatisierungen und betriebsbedingte Kündigungen. (tso/ddp)

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