• Berliner Koalition: Noch hat Rot-Rot den Dreh nicht raus. Wer für den neuen Senat gehandelt wird

Berlin : Berliner Koalition: Noch hat Rot-Rot den Dreh nicht raus. Wer für den neuen Senat gehandelt wird

Barbara Junge

Die einen dementieren - wie Lothar Bisky. Die anderen wissen lieber von gar nichts - wie Michael Donnermeyer. Einige warten zunächst ab, ob sie gefragt werden - wie Ehrhart Körting. Und dann gibt es noch welche, die eigentlich nie auf einer Liste standen - wie Lore-Maria Peschel-Gutzeit. Die Senatorenposten werden ausgewürfelt - und wirklich alle mischen kräftig mit.

Am Montagmorgen erst tritt die "Häuptlingsrunde" von SPD und PDS zusammen, um die Koalitionspräambel und die Ressortverteilung zu besprechen. Am Abend dann tagt die große Runde. Mindestens bis dahin darf also noch fleißig spekuliert werden. Die SPD-Senatoren Peter Strieder, Klaus Böger und Ehrhart Körting scheinen auch für den künftigen Senat gesetzt. Der Regierende Klaus Wowereit bleibt sicher - und es scheint so, als werde André Schmitz wieder Chef der Senatskanzlei. Doch hier beginnen bereits die Spekulationen. Denn Schmitz wurde auch als Kultursenator gegehandelt. Die Kultur scheint ohnehin ein beliebter Posten zu sein. PDS-Star Gregor Gysi könne sie verwalten, hieß es. Allerdings wurden dem PDS-Star wahlweise auch die Ressorts Wirtschaft und Justiz angedichtet.

Viele aus der Kulturszene wünschen sich Kontinuität. Warum nicht Senatorin Adrienne Goehler behalten, fragen Kulturschaffende. Schließlich habe sie kein grünes Parteibuch. Auch der ehemalige PDS-Vorsitzende Lothar Bisky wird genannt. Jener jedoch läßt seine Sprecherin "halt" rufen. Am Rande tauchte die SPD-Kulturfrau Monika Griefahn als Option auf, Thomas Flierl (PDS) als Senator, jetzt als Staatssekretär.

Finanzsenatorin Christiane Krajewski (SPD) schien gesetzt. Sie verzichtete allerdings dankend. Und brachte die Diskussion auf, ob nicht PDS-Haushaltsmann Harald Wolf den Job übernehmen könnte. Offenbar bleiben die Finanzen aber in weiblichen SPD-Händen; Namen werden nicht genannt. Annette Fugmann-Heesing soll aus dem Rennen sein. Eine andere SPD-Frau, Gesundheitssenatorin Gabi Schöttler, taucht selten auf. Stattdessen wurden zwei PDS-Frauen für ihren Stuhl gehandelt, Carola Freundl und Dagmar Pohle. Um bei der PDS zu bleiben - und bei den Damen: Selbst Christa Luft tauchte in den Spekulationen auf, als Wirtschaftsenatorin.

Für die Justiz hat eine übermütige Feder schon den Juristen Uwe Wesel vorgeschlagen, auch der Name Lore-Maria Peschel-Gutzeit blitzte kurz auf. Ein weiterer Name, der in Berlin gut bekannt ist, findet dagegen immer wieder Erwähnung: der Ober-Wahlkampfmanager der Genossen, Michael Donnermeyer. Er könnte als (Senats-) Sprecher des dann kompletten Teams antreten.

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