Berlin : Berliner Liste

Werner van Bebber

Das ist doch was: Frau Bundeskanzler nimmt die bundespolitischen Angelegenheiten der Hauptstadt jetzt so wichtig, dass sie im Kanzleramt geordnet werden sollen. Wann immer es Streit gibt zwischen dem Bund und der Hauptstadt, soll sich jetzt Kanzleramtsminister Thomas de Maizière kümmern. Der hat seine Politikerlaufbahn einst in Berlin (West), unter Richard von Weizsäcker, begonnen. Von daher dürfte er sich mit der – im Schwinden begriffenen – Berliner Nehmermentalität auskennen. Und er weiß, was der Bund für Berlin tut. Der Regierende Bürgermeister soll nun dem Bundesfinanzhilfenkoordinator im Kanzleramt auflisten, wo Unterstützung besonders dringend wäre. Das ist – nach der Düpierung Klaus Wowereits im Krach um die Staatsoper – eine weitere interessante Methode, um zu zeigen, wer hier wem was schuldig ist. Genauer als bislang wird der Regierende Berliner Hilfsbegehren begründen müssen. Niemand bestreitet Wowereits Verdienste als Haushaltssanierer. Als Diplomat in Berliner Bundesangelegenheiten ist er noch nicht aufgefallen. Dazu hat er nun die Chance.

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