Berlin : Berliner machen mehr aus ihrem Geld

Beim Weihnachtseinkauf schöpfen die Kunden alle verfügbaren Rabatte aus – und die Händler freuen sich über gute Umsätze

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Das Weihnachtsgeschäft in Berlin nimmt Züge einer „Schnäppchenjagd“ an. „Es gibt deutlich mehr Rabatte als üblich“, sagt Jan Holzweißig vom Einzelhandelsverband. Häufig würden kostenlose Zugaben oder zinslose Kredite gewährt. Für bestimmte Artikel seien die Preise auch generell gesunken. So bekomme man DVDPlayer um fünf bis zehn Prozent billiger als im Vorjahr.

Die Zwischenbilanz nach drei „langen Sonnabenden“ im November fällt positiv aus. Beim Umsatz „werden wir mindestens das Vorjahresniveau erreichen“, schätzt Holzweißig. Das glaubt auch Geschäftsführer Gerd Kooske von Karstadt am Hermannplatz – allerdings nur, wenn es rechtzeitig vor Heiligabend noch „so kühl wie im Vorjahr“ werde. Winterkleidung verkaufe sich bei den derzeit milden Temperaturen eher schleppend. Eine Ausnahme sei der kältere Donnerstag in der vorigen Woche gewesen, an dem die Umsätze prompt gestiegen seien. Sebastian Rosendahl von C & A im Neuen Ku’damm-Eck sieht in den warmen Temperaturen das Hauptproblem: „Das Wetter spielt noch nicht mit.“ Als Textilkette sei man nun einmal „extrem davon abhängig“.

Rabattaktionen wie zur Euro-Einführung plant C & A nicht. Stattdessen will man Kunden davon überzeugen, dass sie „generell den besten Preis“ für ein Kleidungsstück bekommen. Eine zeitliche Begrenzung von Rabatten wäre ohnehin verboten. Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb erlaubt nur unbefristete Preisnachlässe. Sonst würden die Kunden „unter Druck gesetzt“, heißt es in Urteilen. Auch die Euro-Rabatte von C & A wurden für unzulässig erklärt.

Das KaDeWe ist nicht die erste Adresse für Schnäppchenjäger, doch das schmälert den Umsatz nicht. Sprecherin Dagmar Flade meint sogar, die Berliner würden „wieder spendierfreudiger“. Am vorigen Sonnabend habe man etwa130 000 Besucher gezählt.

An den kommenden vier Sonnabenden dürfen alle Geschäfte bis 18 Uhr öffnen, also zwei Stunden länger als sonst. Begleitend dazu läuft die Marketing-Aktion „7 Shopping-Weekends“, die besonders für Touristen gedacht ist. In Internet und Broschüren wird mit den Verkaufszeiten geworben. CD

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