Berlin : Berliner Meisterköche 2001: Die Jury geht auf Nummer Sicher

bm

Der heiße Herbst in den Küchen der Berliner Restaurants hat begonnen. Untrügliches Kennzeichen: Die Wahl der sechs "Berliner Meisterköche" durch die Expertenjury, die im Auftrag von Volker Hassemers "Partnern für Berlin" nun zum fünften Mal verkostet und entschieden hat. Sie hat sich in diesem Jahr wieder auf die sichere Seite geschlagen und überwiegend die eher klassisch orientierten Küchenchefs aus den Luxushotels bevorzugt, die den Titel schon ein oder zwei Mal erhalten haben - auch ein aufmunterndes Schulterklopfen für die Hoteliers, die sich den bedingungslosen Einsatz für die Esskultur alljährlich fette Zuschüsse kosten lassen. Nur ein Neuling kommt zum Zuge: Michael Hoffmann vom "Margaux", der auch der experimentierfreudigste Koch in der Runde sein dürfte und nur indirekt ein Hotel im Rücken hat, nämlich den Celler Fürstenhof. Darüber hinaus ist zum ersten Mal ein siebenter Koch als "Aufsteiger des Jahres" gewählt worden: Ralf Zacherl vom "Rutz" trägt diesen Titel.

Die weiteren Berliner Meisterköche des Jahres 2001 sind gute Bekannte, die für die wachsende Kontinuität der Top-Gastronomie Berlins stehen: Karlheinz Hauser vom Adlon ist zum dritten Mal dabei, ebenso Paul Urchs vom Ritz-Carlton und Kolja Kleeberg (Vau). Zum zweiten Mal ernannt wurden Mathias Buchholz (First Floor, Hotel Palace) und Thomas Kammeier (Zum Hugenotten, Interconti). Ralf Zacherl kam hinzu, weil seine Leistungen in der neuen Weinbar Rutz in Mitte ebenfalls als besonders überzeugend angesehen wurden; das Restaurant aber ist noch nicht lange genug in Betrieb, um die Kriterien für die Wahl zum Meisterkoch zu erfüllen. Der junge Küchenchef hatte seine Berliner Karriere in Markus Semmlers "Stil" begonnen, das aber nach kurzer Zeit in die Pleite steuerte. Sie alle zusammen werden am 20. Oktober im Festsaal des Interconti ein Gala-Menü für knapp 300 Gäste bestreiten, die dabei überwiegend die Mitgliedsbetriebe der "Partner für Berlin" vertreten.

Zur gestrigen Pressekonferenz fehlte Kolja Kleeberg, der noch in Urlaub ist. Doch auch er hätte gewiss den optimistischen Erwartungen seiner Kollegen zugestimmt, die fast alle ein miserables erstes Quartal durchleiden mussten, aber seit dem späten Frühjahr durchweg bessere Zahlen schreiben und sich nun auf einen betriebsamen Herbst freuen. Paul Urchs erweckte überdies den Eindruck, dass die lang anhaltenden Gerüchte über seine Abwanderung nach Amerika keine Substanz haben - wenn sie denn jemals welche hatten. Und unter den Juroren wurden bereits mehrere neue Kandidaten gehandelt, die den Kreis der Meisterköche im nächsten Jahr durchaus bereichern könnten.

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