• Berliner Modell zur kriminalpolizeilichen Arbeit kommt wegen schlechter Software nicht voran

Berlin : Berliner Modell zur kriminalpolizeilichen Arbeit kommt wegen schlechter Software nicht voran

O.D.

Die immer noch akuten Computerprobleme behindern die Ausweitung des Berliner Modells der Polizei. Ursprünglich sollte das neue Konzept, durch das die Schutzpolizei stärker in die kriminalpolizeiliche Arbeit eingebunden wird und kleinere Delikte selbst bearbeiten soll, bereits im Frühjahr auf die Direktion 4 (Schöneberg, Tempelhof, Steglitz, Zehlendorf) ausgeweitet werden. Voraussetzung war aber ein verstärkter Einsatz von Computern.

Nachdem der Erweiterungstermin nicht gehalten werden konnte, war für die Einführung des neuen Arbeitsmodells nun der 1. November vorgesehen. Doch auch dieser Zeitpunkt ist in Gefahr geraten, denn der Gesamtpersonalrat (GPR) der Berliner Polizei hat Ende letzter Woche die Erweiterung auf die Direktion 4 abgelehnt. Der Grund liegt in Softwareproblemen, die das Berliner Modell seit Anbeginn begleiten. Sie sind immer noch nicht restlos gelöst. Nach Auskunft des stellvertretenden Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Detlef Rieffenstahl, gilt dies nicht nur für das Programm, mit dem die Beamten täglich arbeiten müssen. Auch die Software für die Dienstzeitplanung und Überstundenverwaltung hat weiterhin Mängel.

Am Montag hat man sich in einer Krisensitzung in der Innenverwaltung darauf geeignet, die überarbeitete Software zunächst noch einmal einem mehrtägigen "Flächentest" zu unterziehen. Hierzu sollte das Programm auf alle Computersysteme der Direktion 5 überspielt werden, wo das Modell seit Anfang 1998 getestet wird. Doch schon beim Aufspielen des Programms soll es zu Schwierigkeiten gekommen sein. Auf seiner nächsten Sitzung am 8. Oktober will sich der Gesamtpersonalrat erneut mit der Ausweitung des Modells befassen. Zustimmen will er jedoch nur, wenn der Testlauf bis dahin fehlerfrei bleibt.

Damit bleiben Innenverwaltung und Polizeiführung noch etwa zehn Tage, um ihr System funktionsfähig zu machen. Gelingt dies nicht, so "ist das Berliner Modell noch nicht den Bach runter, aber irgendwann wird es in Frage stehen". In diesem Jahr wird es dann keine Ausweitung mehr geben, denn der Dezember gilt bei der Polizei als besonders "einsatzstarker Monat". Wegen der erwarteten Schwierigkeiten zur Jahrtausendwende besteht bei Polizei und Feuerwehr daher Urlaubssperre. Mit einer Ausweitung des Berliner Modells wäre nach Ansicht der GdP somit dann nicht mehr vor Februar 2000 zu rechnen.

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