Berliner Museumsinsel : Chipperfield muss Baupläne ändern

Der umstrittene Entwurf des britischen Architekten David Chipperfield für das zentrale Eingangsgebäude auf der Museumsinsel wird überarbeitet. Kritiker befürchten eine Schädigung der Gesamtbildes.

Berlin - "Das Gebäude wird sich in das historische Ensemble des Unesco-Weltkulturerbes der Museumsinsel ästhetisch einfügen und sich dabei einer unserer Zeit gemäßen Formensprache bedienen", betonte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der Neubau werde genau an der Stelle errichtet, an der früher Schinkels Packhof gestanden habe.

Die von dem Präsidenten Klaus-Dieter Lehmann geleitete Stiftung bezog sich damit auf den Protest einer Bürgerinitiative, die ein Volksbegehren gegen den Neubau vor dem im Wiederaufbau befindlichen Neuen Museum anstrebt. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen der TV-Moderator Günther Jauch, der Schriftsteller Günter de Bruyn, die früheren Berliner Senatoren Hanna-Renate Laurien und Jürgen Klemann sowie die Maler Matthias Koeppel und Sarah Haffner.

Baubeginn frühestens 2009

Die Bürgerinitiative befürchtet eine Schädigung der Museumsinsel. "Ein - wie auch immer geartetes - neues Gebäude an diesem Ort wird uns für immer den Blick auf unsere geliebte Museumsinsel verstellen." Stattdessen sollten die historischen Kolonnaden, "die die ganze Insel geistig zusammenhalten", weiter- und zu Ende geführt werden.

Dazu betonte die Stiftung, wegen der gegenwärtigen Überarbeitung der Chipperfield-Planungen zu dem Neubau ließen sich konkrete Aussagen über die Ausgestaltung erst in etwa einem Jahr machen. Baubeginn werde frühestens 2009 sein, mit der Fertigstellung des Neubaus wird dann bis 2012 gerechnet.

Die vom Bund und den Ländern getragene Stiftung Preussischer Kulturbesitz wies darauf hin, dass der Errichtung eines modernen Neubaus (Eingangsgebäudes) auf der Museumsinsel alle zuständigen Gremien einschließlich der Denkmalbehörden zugestimmt hätten. Der Neubau soll aber nach dpa- Informationen niedriger ausfallen als bisher geplant.

(tso/ddp)

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