Berliner Nachtleben : Goya geschlossen

Berlins aktienfinanzierter Nachtclub "Goya" hat endgültig geschlossen. Nur 5 Monate nach seiner Eröffnung wurde der Geschäftsbetrieb eingestellt und den 89 Mitarbeitern gekündigt.

Berlin - Das "Goya" am Nollendorfplatz war erst am 1. Dezember mit großem Pomp eröffnet worden. Rund 2700 Aktionäre brachten 7,5 Millionen Euro für den noblen Umbau des ehemaligen Metropol-Theaters nach Plänen des Architekten Hans Kollhoff auf. Am 3. März hatte der Club Insolvenz angemeldet.

Mit der endgültigen Schließung des Clubs, der zuletzt mit Schnupperabenden bei freiem Eintritt gelockt hatte, wird der Westen Berlins wieder um eine Szene-Attraktion ärmer. Im vergangenen Herbst war die Amüsier-AG mit bundesweiten Anzeigen- und Pressekampagnen mit keinem geringeren Anspruch angetreten, als das Berliner Nachtleben zu revolutionieren. Auf den fulminanten Start folgte dann allerdings eine rasante Talfahrt - mit endgültigem Absturz.

Schicker, gediegener und stilvoller sollte das Ausgehen in Berlin werden, hatte der Ideengeber und alleinige Vorstand Peter Glückstein vor der Eröffnung des «Goya» angekündigt. Ein Club für ein Publikum, das sich zu alt für Techno und zu jung für Tanztees fühlte. Die Idee überzeugte auch Prominente: Aktien zeichneten unter anderem Künstler wie der Maler Markus Lüpertz, Schauspieler wie Dominic Raacke, Hertha-Trainer Falko Götz oder Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick.

Gescheitert ist das «Goya» nach Ansicht von Experten wohl an den hohen Umbau-Kosten von rund elf Millionen Euro - weit mehr, als der Aktienverkauf eingebracht hatte. Als nicht tragfähig erwies sich aber auch Glücksteins ehrgeiziger Businessplan, der bereits für das Jahr 2006 zehn Millionen Euro Umsatz vorsah - ein Ziel, das Kritiker von Beginn an für unerreichbar hielten. Knapp drei Monate nach seinem Start meldete das «Goya» mit fünf Millionen Euro Schulden Insolvenz an, Glückstein wurde entmachtet. Der Betrieb ging jedoch erst einmal weiter. Nun hat es sich in Schöneberg erst einmal ausgetanzt. (tso/dpa)

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