Berlin : Berliner NPD weicht nach Brandenburg aus

Die Berliner NPD hat es nicht geschafft, den lange geplanten Landesparteitag in der Stadt abzuhalten. Nach vergeblichen Versuchen, in Berlin eine Gaststätte oder öffentliche Räume zu bekommen, wichen die Rechtsextremisten gestern ins nördliche Umland nach Velten aus. In einem Lokal versammelten sich etwa 80 NPD-Mitglieder zur Wahl eines neuen Vorsitzenden. Als einziger Kandidat trat der bisherige Landeschef und ehemalige Kroatienkämpfer Eckart Bräuniger an. Er wurde mit 99 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt bestätigt.

Bräuniger hatte in der vergangenen Woche beklagt, in der Berliner Gastronomie gebe es Angst vor der Vermietung von Räumen an die NPD, da Angriffe von Linksextremisten befürchtet würden. Der NPD-Chef sprach davon, der Parteitag solle in den Dezember hinein verlegt werden. Polizei und Verfassungsschutz hatten Zweifel, die sich gestern bestätigten. Es sei allerdings eine Niederlage für das „Szene-Prestige“ der Berliner NPD, dass sie für die wichtigste Parteiveranstaltung nur Räume im Umland auftreiben konnte, hieß es in Sicherheitskreisen.

Im Februar hatte die Berliner NPD einen Parteitag in einem Lokal in Oberschöneweide abgehalten. Die Gaststätte wurde später von militanten Linken attackiert. Die Räume für den Parteitag in Velten seien schon vor 14 Tagen gemietet worden, sagte Bräuniger am Sonnabend. Der Wirt habe aber nicht gewusst, dass es sich um eine Veranstaltung der NPD handelte. fan

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