Berlin : Berliner Pilot bei Absturz nahe Strausberg getötet

Strausberg - Beim Absturz eines Sportflugzeugs im Raum Strausberg ist der Pilot ums Leben gekommen. Weitere Passagiere waren offensichtlich nicht an Bord. Die Maschine wurde bei dem Absturz völlig zerstört; unzählige Trümmer wurden in der Umgebung gefunden. Die Unglücksursache ist noch unbekannt. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 50-jährigen Berliner, der mehrmals wöchentlich zwischen Warschau und Strausberg Medikamente transportiert, so eine Polizeisprecherin.

Das aus Warschau kommende Flugzeug des Typs SR 20 war am Donnerstagabend wenige Kilometer vor der Landung auf dem Flugplatz Strausberg vom Radarschirm verschwunden. Die Flugüberwachung hatte laut Polizei noch ein Notsignal empfangen, dann sei der Kontakt abgebrochen. Fast 400 Einsatzkräfte von Polizei, Bundespolizei, Bundeswehr und Feuerwehren suchten daraufhin in der Nacht nach dem Flugzeug.

Die Suche gestaltete sich wegen des aufgeweichten Bodens schwierig. Das Gebiet, aus dem das letzte Signal des Flugzeugs kam, war nur zu Fuß zu erreichen. Gegen 4.30 Uhr wurde die Suchaktion nach Polizeiangaben unterbrochen und erst am Morgen wieder aufgenommen. Ein Hubschrauberpilot entdeckte schließlich Reste der Maschine in einem Wald zwischen Ruhlsdorf und Ernsthof etwa fünf Kilometer östlich von Strausberg. Die Rettungskräfte mussten sich zu Fuß einen Weg durch das unwegsame, matschige Gelände zur Unglücksstelle bahnen. Der Pilot wurde leblos in der zerstörten Maschine entdeckt.

Am Vormittag begannen die kriminaltechnischen Untersuchungen an der Unglücksstelle, später wurde mit der Bergung begonnen. Das Gebiet war am Freitag weiträumig abgesperrt. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig hat zwei Kollegen an die Unfallstelle geschickt. Der erste Bericht dazu soll im Januar vorliegen. Der Flugplatz hinter der östlichen Berliner Stadtgrenze ist seit 70 Jahren in Betrieb. Früher wurde er militärisch genutzt, seit den 90ern dient er vor allem Hobby- und Geschäftsfliegern.

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen mit Kleinflugzeugen in Brandenburg. So stürzte etwa im April ein 67 Jahre alter Pilot westlich von Berlin ab und kam ums Leben. Im September starb der frühere Berliner Bau- und Finanzsenator Klaus Riebschläger (SPD). Der 69-Jährige war mit seinem Sportflugzeug in der Nähe des Flugplatzes Schönhagen abgestürzt. ddp/dpa/Tsp

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